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Der Snooker Bundestrainer Thomas Hein kennt alle Talente

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Der Snooker Bundestrainer Thomas Hein kennt alle Talente
Thomas Hein kennt sie alle. Kaum denkbar, dass irgendwo in Deutschland, ob an der Grenze zu Dänemark oder im Schwarzwald, ein junges Snooker-Talent heranwächst, und der Bundestrainer davon nichts mitkriegt. Ich habe jedes Talent im Kreißsaal mit auf die Welt gebracht, sagt Hein, oder ich kenne zumindest seinen Vater. Thomas Hein ist einer dieser Menschen, die in Deutschland so viel für den Snookersport geben, dass die Szene ohne sie kaum vorstellbar wäre. Er ist Sportdirektor für Snooker bei der Deutschen Billard-Union (DBU), fungiert zudem als Bundestrainer, wenn auch nicht hauptamtlich. Er unterhält eine erfolgreiche deutsche Snooker-Website (snook.co.at), auf der er über die wichtigsten nationalen und internationalen Ereignisse schreibt. Für Eurosport kommentiert Hein an der Seite von Rolf Kalb die Spiele der Snooker-Weltmeisterschaft. Und er führt die Snooker-Akademie 15 Reds in Oberhausen, lässt sich als Trainer für Lehrgänge und Events buchen. Ach ja, ein ganz passabler Spieler war er auch. 1997 gewann Hein die erste Ausgabe der deutschen Einzel-Meisterschaft, im Finale gegen Marcus Westen. 18 weitere Titel sollten folgen.

Sein Leben besteht aus Snooker, und wenn er nicht gerade außerhalb für ein Training gebucht ist, hält er sich am liebsten an seiner Akademie in Oberhausen auf. Unser Labor sagt Hein über den Betrieb, den er gemeinsam mit dem mehrfachen Deutschen Meister Miro Popovic führt. Kurstraining, Einzeltraining, Gruppentraining – all das gibt es hier. Ist der Stoßablauf gradlinig? Ist die Stoßstärke angemessen? Stimmt das Gefühl fürs Positionsspiel?

Wer möchte, erhält einen qualifizierten Trainer, der anhand von Videoanalysen auf Fehler im Spiel hinweist. Auch Theoriestunden gehören dazu, in der den Kursbesuchern die spezielle Biomechanik des Sports nähergebracht wird. Spieler kommen aus der ganzen Welt, um im Leistungszentrum Oberhausen am eigenen Spiel zu arbeiten. Auch Snooker-Urlaub bieten Hein und Popovic an: Einfach einquartieren und am eigenen Tisch so viel Snooker zocken, bis einem die Augen zufallen.

Als Bundestrainer ist Hein ebenfalls viel unterwegs. Er unterhält regelmäßigen Kontakt zu seinen Spielern, die seine Expertise schätzen. Oft wird Hein gefragt, wann es denn endlich einer seiner Schützlinge auf die Main Tour schafft, als richtiger Profi in England, der mit Snooker sein Geld verdienen kann. Dann erklärt Hein geduldig, weshalb es so schnell damit nichts werden wird – obwohl auch er sich das natürlich wünschen würde. Hein weiß, wie beschwerlich das Leben in England ist, wie hart die Konkurrenz, und wie überschaubar die Möglichkeiten für deutsche Spieler. Also beschwichtigt er lieber. Sollen die Medien ruhig nach dem deutschen Superstar fahnden. Hein macht da nicht mit. Euphorie ist nicht mein zweiter Vorname, sagt der Bundestrainer.