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Die David Grace Snooker Sportgeschichte – Legenden

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Die David Grace Snooker Sportgeschichte – Legenden
Es gibt nicht viele Snookerspieler, die von ihrem Beruf leben können. Darum geht es in dieser Geschichte über David Grace. Der Brite war Ende 2015 keine große Nummer, nur die Nummer 81 der Weltrangliste. Bei Ranglistenturnieren schaffte er es selten in die Runde der letzten 32, wo allmählich anständiges Geld verteilt wird. Rund 13.000 Pfund hatte er in 18 Monaten verdient; nicht gerade ein Salär, von dem sich ein gutes Leben finanzieren lässt. Also hielt sich Grace mit einem Nebenjob über Wasser: In einem Snookerclub in Leeds putzte er die Tische. Ziemlich erniedrigend für einen, der eigentlich Profi sein möchte.

Bis zur UK Championship 2015, als Grace aufspielte wie nie zuvor. In der ersten Runde schlug er Andrew Higginson, in der zweiten Robert Milkins. Im Viertelfinale gegen Martin Gould lag er bereits 1:5 zurück. Doch Grace gewann fünf Frames in Serie, zog ins Halbfinale ein. Sein Lohn: 30.000 Pfund als Prämie hatte er bereits sicher. Mehr als doppelt so viel wie in den anderthalb fahren zuvor. Tief in mir drin habe ich immer dran geglaubt, dass ich so etwas schaffen könnte, sagte Grace, aber es bringt nichts, darüber zu sprechen, solange man es nicht geschafft hat.

Das Publikum liebte den jungen Briten, der trotz aller Rückschläge unermüdlich weiterkämpfte. Als Cinderella man wurde Grace bezeichnet, weil sein Aufstieg so märchenhaft verlief. Und auch wenn Grace das Halbfinale gegen Liang Wenbo verlor, verließ er die Arena mit einem Lächeln: Er wusste, dass er nie wieder Tische putzen muss.

Auch wenn er das Queue beiseitelegt, ist Grace ein interessanter Mann. Er hat Malerei studiert, und von seinem Talent kann sich jeder auf Graces Homepage überzeugen. Mit Vorliebe porträtiert er Snooker-Profis: Steve Davis hat er schon gemalt, auch Paul Hunter, Stephen Hendry oder Jimmy White. Einige seiner Bilder hängen daheim in Leeds im Snooker-Club. Eine besondere Geschichte gibt es zum Porträt von Neil Robertson: Grace versteigerte es auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung zugunsten des kleinen Blaise, einem armen Jungen mit einem Hirntumor, dessen größter Wunsch es war, einmal nach Disneyland zu reisen. Robertson signierte das Porträt, mit den 1200 Pfund aus dem Snooker-Event konnte Blaise mit seiner Familie nach Paris reisen. Kurz darauf verstarb der Junge.