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Die Geschichte von Tony Knowles und die Frauen – Snooker Legenden

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Die Geschichte von Tony Knowles und die Frauen
Aller Anfang war schwer für Tony Knowles. Zwar hatte er als Jugendlicher zweimal die UK Junior Championship gewinnen können. In seinem ersten Jahr als Profi, 1979, gewann er allerdings kein einziges Spiel. Sein Studium zum Grafikdesigner hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits abgebrochen, und es sprach für Knowles, dass er sich durchbiss – und schnell zu einem allseits respektierten Spieler wurde. Die folgende Spielzeit lief deutlich besser. 1982 erreichte er das Viertelfinale der WM, wobei ihm in der ersten Runde ein sensationeller 10:1-Erfolg gegen den damals dominierenden Steve Davis gelang, der gar nicht wusste, wie ihm geschah. Knowles führte schnell 4:0, dann 8:1 – er war einfach über den amtierenden Weltmeister hinweggefegt. Zwei Ranglistenturniere konnte er in dieser Zeit gewinnen. Und er kletterte in der Weltrangliste weit nach oben, bis auf Platz zwei in der Saison 1984/85.

Und dann? Konzentrierte sich Knowles leider zu sehr auf andere Dinge. Vornehmlich auf Frauen. Als Pin-up-boy83 des Snookers wurde er bezeichnet, nicht nur wegen seiner stets gut sitzenden Haare und seines glitzernden Lächelns. Knowles war einer, der seine Popularität abseits des Snookertisches zu genießen wusste. Sein Händchen für Frauen war bald kein Geheimnis mehr. Unter weiblichen Snookerfans ließ sich mit T-Shirts und Buttons mit der Aufschrift I said no to Tony Knowles (Ich habe Nein zu Tony Knowles gesagt) ein gutes Geschäft machen. Dem Profiverband WPBSA wurde es schließlich zu bunt

Weil er mit seinen Eskapaden und seinen ständigen Auftritten in den Boulevardzeitungen das Spiel in Verruf gebracht habe, wurde Knowles zu einer Strafe von 5.000 Pfund verurteilt.

Knowles sagte später, dass er ab diesem Punkt einfach schlechter Snooker gespielt habe. Er habe sich den Genüssen des Lebens hingegeben, sei in Geschäfte eingestiegen, die nie das abwarfen, was ihm vorab versprochen worden war. Er engagierte ein professionelles Management, doch auch das half ihm nicht mehr. Bis 1990 hielt er sich in den Top 16, 1997 verließ er die Snooker-Tour endgültig. Heute führt er eine Bar und schafft es immer noch ab und zu in die Medien: 2011 soll er so sehr mit einer Frau gestritten haben, dass die Polizei einschreiten musste.