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Die Graeme Dott Snooker Sportgeschichte – Legenden

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Die Graeme Dott Snooker Sportgeschichte – Legenden
Wenn von berühmten Schotten im Snooker die Rede ist, dann meist von Stephen Hendry oder John Higgins. Allzu leicht vergessen wird Graeme Dott, der 2006 Weltmeister wurde, quasi aus dem Nichts.

Dott hatte bis zum damaligen Zeitpunkt eine seltsame Karriere hingelegt. 1994 wurde er Profi, und er arbeitete sich in der Weltrangliste nach vorne, ohne allerdings je ein Ranglistenturnier zu gewinnen. Dotts schwache Nerven waren berüchtigt, schließlich spielte er häufig gut, allerdings nie am Finaltag. Vier große Endspiele hatte er verloren, darunter das WM-Finale 2004, ehe 2006 im Crucible doch noch seine große Stunde schlagen sollte. Er traf auf Peter Ebdon, den er zunächst dominierte. Dott spielte großartig, führte 15:7, ehe seine Gedanken begannen, um jene Finalniederlagen aus der Vergangenheit zu kreisen.

Nun begann Ebdons Zeit. Er holte Frame um Frame auf, sechs in Serie. Der 27. Frame, den Ebdon ebenfalls gewann, war bis dato mit 74 Minuten und acht Sekunden der längste, der im Crucible gespielt wurde. Als das Match zu kippen drohte, schaffte Dott jedoch das, was ihm zuvor nie in einem Finale gelungen war: Er schlug zurück!

Er, der sonst immer zauderte, spielte beim Stand von 15:13 die beste Clearence meines Lebens. Ab da lief es plötzlich wieder für ihn. Als hätte er es sich selbst bewiesen, dass er es eigentlich kann. Nur einen Frame gab er noch ab, Dott gewann 18:14.

Anschließend waren es die Umstände, die Dott einen nachhaltigeren Aufstieg in die Weltspitze verwehrten. Dass er sich 2008 kurz vor dem Shanghai Masters beim Fußballspielen mit anderen Spielern den Arm brach, gehörte dabei zu den wenigen gravierenden Vorfällen. Es sollte ihn viel schlimmer treffen, insbesondere im Dezember 2006, als sein Manager und Mentor Alex Lambi an Krebs starb. Seine Frau Elaine hatte anschließend ebenfalls einen Krebsverdacht, der sich zwar nicht bewahrheitete, jedoch erlitt sie eine Fehlgeburt. Dott wurde von Depressionen ereilt, die sich auf sein Spiel auswirkten. Er verlor 15 Profimatches in Serie und fiel aus den Top 16. Erst mit ärztlicher Hilfe berappelte er sich und kehrte 2010 ins Crucible zurück, wo er erst im Finale gegen Neil Robertson verlor. Dott schrieb eine Autobiografie, Frame ofMind, in der er seine Geschichte erzählte. Er hatte sich selbst gezeigt, dass er mit seiner Krankheit umgehen konnte.