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Die Mark Williams Sportgeschichte – Snooker Legenden

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Die Mark Williams Sportgeschichte – Snooker Legenden
Er betreibt Snooker als reinen Brotjob? Diese Behauptung wird oft aufgestellt, wenn es um Mark Williams geht. Der zweifache Weltmeister liebe das Spiel nicht, heißt es dann. Er spiele es nur, weil er es ziemlich gut kann – und damit viel Geld verdient.

Es gibt zwei bekannte Geschichten über Mark Williams, der auf den Spitznamen The Welsh Potting Machine hört, den er für sein famoses Lochspiel verpasst bekam. Beide Geschichten sprechen dafür, dass an der provokanten Behauptung etwas dran sein könnte. Denn Williams hat Dinge in seinem Leben erlebt, die Snooker ganz schön unwichtig erscheinen lassen. Die eine Geschichte ist, dass er als Jugendlicher als Amateurboxer versuchte, sein Geld zu verdienen, bis er zu kräftig einen auf die Rübe bekam. Die zweite ist, dass er mit 15 Jahren seinem Vater in eine walisische Kohlengrube folgte – und dort für zwölf Stunden ausharren musste. Für Williams ein Erlebnis der schlimmsten Art, das Angsteinflößendste, was ich je erlebt habe, erklärte er. Ist es verständlich, wenn so einem Mann der letzte Sinn für die Romantik seiner Sportart fehlt?

Williams hat zweifellos tolle Tage als Snookerprofi erlebt. Einst war er sogar der Beste der Welt, zweimal Weltmeister (2000, 2003), zweimal Gewinner der UK Championships (1999, 2002). Es war die Zeit kurz nach der Jahrtausendwende, als Williams kaum einer stoppen konnte. Natürlich war er in dieser Zeit auch die Nummer eins der Welt.

Doch es gab auch die anderen Tage, an denen ihm überhaupt nichts gelingen wollte. An denen er einfache Bälle verschoss, seine Chancen wegwarf, wie ein Anfänger wirkte. Dann kamen die kritischen Stimmen auf, wobei Williams selbst nie einen Hehl daraus machte, dass es für ihn auch andere wichtige Dinge im Leben gibt neben Snooker: Er spielt Golf, mag schnelle Autos. Und er hat drei Kinder. Auch ein guter Grund, Snooker nicht zu wichtig zu nehmen.