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Die Matthew Stevens Snooker Sportgeschichte – Legenden

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Die Matthew Stevens Snooker Sportgeschichte – Legenden
Matthew Stevens als Sargträger auf Paul Hunters Beerdigung, dieses Bild wird für immer bleiben. Den Blick nach unten gesenkt, so tieftraurig über den frühen Tod seines besten Freundes auf der Snooker-Tour, ist Stevens zu sehen. Jedes Turnier wird nun schwierig zu spielen sein, sagte Stevens, es wird einsamer werden. Und Stevens kehrte nach diesem Tag tatsächlich nie wieder als der Spieler zurück, den alle kannten.

Der Waliser hatte einige Jahre mit schwankenden Leistungen zu kämpfen, doch das Jahr 2006 war die größte Zäsur. Nur noch ein Finale konnte er anschließend gewinnen, bei der Championship League in Essex. Vorbei die Zeiten, in denen Stevens bei den großen Turnieren zu den Favoriten gehörte, um große Titel rang, sie auch gewann, wie das Masters 2000 und die UK Championship 2003. Zur Triple Crown fehlte ihm nur der Titel bei der Weltmeisterschaft, doch seine beiden Finals dort verlor er: 2000 gegen Mark Williams und 2005 in einem legendären Endspiel gegen den blutjungen Shaun Murphy.

Das hatte auch mit seiner Psyche zu tun. Als nervenstark galt Stevens nie, obwohl er in seiner Freizeit gerne Poker spielte, 2004 das am höchsten dotierte Turnier Großbritanniens gewann. Stevens hatte stets Probleme, seine Konzentration über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten. Hohe Führungen verspielte er, so im WM-Finale 2005 gegen Murphy, als Stevens bereits 11:5 führte und in der Abendsession nur noch zwei Frames für den Titel benötigte. Doch Stevens brachte nichts mehr zustande, Murphy riss das Spiel an sich, glich erst aus, siegte 13:12. Es sei kein Geheimnis, dass Stevens ungern in Führung läge, lästerte Murphy über seinen Kollegen. Stevens reagierte trotzig: Bevor meine Karriere zu Ende geht, werde ich die WM schon noch gewinnen, erklärte er. Es sieht nicht so aus, als könnte Stevens das noch gelingen.