Start Spieler Die Michael Gould Snooker Sportgeschichte – Legenden

Die Michael Gould Snooker Sportgeschichte – Legenden

22

Die Michael Gould Snooker Sportgeschichte – Legenden
Michael Gould trägt Brille. Nicht so ein ausladendes Gerät wie seinerzeit Dennis Taylor, von dessen Gesicht bekanntlich nicht viel übrig blieb, wenn er seine Sehhilfe aufsetzte. Goulds Gläser sind geradezu mickrig: Er braucht seine Brille nur, um in der Ferne scharf zu sehen. Um ein Gefühl für den Raum zu erhalten. Visiert er einen Ball scharf an, linst er lieber über die kleinen Gläser hinweg.

Gould ist einer dieser Spieler, bei denen in der Karriereplanung nicht alles glatt lief. Früh, mit 20 Jahren, konnte er die englische Amateurmeisterschaft gewinnen. Doch das erste Profijahr auf der Main Tour war hart für ihn, er fiel aus dem Ranking, stellte Snooker zunächst wieder hinten an. Er musste sich um seine kranke Mutter kümmern, die unheilbar an Krebs erkrankt war und schließlich starb. Um irgendwie an Geld zu kommen, jobbte er als Croupier in einem Casino. Das war eine schwere Zeit, ich konnte mich kaum richtig auf Snooker konzentrieren, sagte Gould.

2007, nachdem er erneut die Amateurmeisterschaft gewinnen konnte, wagte er seinen zweiten Versuch auf der Tour – deutlich erfolgreicher. Über die Qualifikation erreichte er die UK Championships, bei den Welsh Open kam er sogar ins Achtelfinale. Er gewann einige kleinere Events, wurde als Weltranglistenelfter (2012) endgültig ernst genommen. Auf seinen ersten großen Titel musste er vier weitere Jahre warten: 2016, beim German Masters in Berlin, profitierte er vom Ausscheiden zahlreicher Favoriten und ließ Luca Brecel im Finale keine Chance. Es war sein erster Triumph bei einem Ranglistenturnier, und an wen dachte er in der Stunde seines größten Erfolgs? Natürlich an seine Mutter. Goulds bewegende Worte: Ich hoffe, dass sie irgendwie zugeschaut hat, vielleicht ja mit einem Whisky in der Hand.