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Die Neil Robertsons Geschichte und das Heimweh – Snooker Legenden

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Die Neil Robertsons Geschichte und das Heimweh – Snooker Legenden
Neil Robertson ist Australier, das allein ist im Snookersport eine Nachricht. Gute Spieler hat das große Land auf der anderen Seite der Erdkugel selten hervorgebracht. Robertson ist zweifellos der beste: Weltmeisterschaft, Masters, UK Championship – es gibt nicht, was The Thunder from Downunder nicht gewonnen hätte. Ein anderer Spitzname ist The Aussie Ace, manchmal wird er auch The Melbourne Machine genannt. Robertson versteckt seine Herkunft nicht – und hat doch lange mit ihr gehadert.

Ganz am Anfang seiner Karriere, als Robertson 1998 mit 16 Jahren Profi wurde, plagte ihn heftiges Heimweh. Er wollte es als Snookerprofi schaffen, dazu war ein Umzug nach England unerlässlich. Doch die Entfernung zu Freunden und Familie war zu weit, da sich auch die Erfolge nicht einstellten wie gewünscht, kehrte er schon nach einer Saison zurück und spielte in der heimischen Liga, die er nach Belieben dominierte. 2003 wagte er seinen nächsten ernsthaften Versuch. Diesmal klappte es.

Was der Snookerwelt entgangen wäre, wäre Robertson für immer in Australien geblieben – unvorstellbar. Unter den| Weltklassespielern ist er, neben Mark Selby, vielleicht der konstanteste. Schwächephasen hat er selten, fast jedes Jahr gewinnt er wichtige Turniere. Nummer eins der Welt war er auch bereits, und er scheint immer noch Punkte zu finden, an denen er sich verbessern kann. Etwa beim 2015er Finale der UK Championship, als er erstmals in der langen Geschichte des Turniers im Finale ein Maximum Break spielte. Es brach richtig aus ihm heraus, als er die finale Schwarze versenkte. Nie war Robertson so fokussiert aufgetreten wie in York, nie hatte er in den entscheidenden Momenten derart nervenstark gewirkt. Noch ein Beweis, wie gut er ist: Als erster Spieler schaffte es Robertson, 100 Century Breaks in nur einer Saison zu spielen.

Nur in Australien bekommt von diesen Heldentaten kaum einer etwas mit. Robertson hadert mit diesem Umstand, denn es wäre schön, würde die heimische Sportwelt zumindest registrieren, was er im fernen Europa leistet. Wenn ich ein Turnier gewinne, ist das schnell vergessen1, hat er gesagt. Zu groß sei die Konkurrenz im Riesenland mit Rugby oder Kricket: Würde ich sechs Centurys in Serie spielen, wäre das in den Zeitungen vielleicht eine deine Notiz. Noch einmal zurück in die heimische Liga wird sein Weg trotzdem sicher nicht führen.