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Die UK Championship ist eine Revolution – Snooker Turniere

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Die UK Championship ist eine Revolution – Snooker Turniere
Die Revolution kam 2010. Der Fernsehsender BBC wurde bei Profi-Weltverbandschef Barry Hearn vorstellig und stellte ihn vor die Wahl: Entweder verkürze der Verband die Partien bei der kommenden Ausgabe der UK Championship – oder die BBC wäre als sogenannter Host Broadcaster nicht weiter an einer Übertragung interessiert. Hearn beugte sich dem Druck der TV-Anstalt, rettete damit das Turnier. Viele Spieler sagen jedoch: Die UK Championship ist heute einfach nicht mehr dieselbe.

Das Turnier lebt von seinem Mythos. Bei der Erstaustragung 1977 im nordenglischen Blackpool waren nur englische Spieler zugelassen (daher der Name). Der erste Sieger Patsy Fagan war zwar Ire, besaß jedoch einen englischen Pass. Erst ab 1984 durften Spieler aller Nationalitäten teilnehmen, nun war die UK Championship ein offizielles Rankingturnier. Es zog mehrfach um, nach einem Jahr in Blackpool fand es zunächst in Preston seine Heimat, es folgten Umzüge nach Bournemouth, Telford und York, was auch mit dem jeweiligen Hauptsponsor zu tun hatte, der sein Geld in die Veranstaltung steckte. Die UK Championship wuchs zum zweitwichtigsten Snookerturnier des Kalenders heran, nicht nur wegen der Historie, sondern auch wegen der Strapazen: Nirgendwo anders wurden über einen langen Zeitraum solch lange Distanzen gespielt, alle Matches bis zum Halbfinale wurden im Modus Best of 17 ausgetragen, das Finale im Best of 19. Viele Spiele gingen über zwei Tage, was zwar die Spieler extrem herausforderte, den Fernsehsendern aber irgendwann nicht mehr gefiel. Sie wollten ihren Zuschauern am gleichen Tag, an dem ein Match begann, auch einen Sieger präsentieren. Seit 2010 werden alle Partien bis zum Halbfinale im Best of 11 ausgetragen, nur die lange Finaldistanz hat die Revolution überlebt.

Ehrwürdige Geschichten wurden bei der UK Championship viele produziert. Da war etwa Steve Davis, der nach dem Umzug nach Preston von 1984 bis 1987 die ersten vier Ausgaben gewann, darunter sein erstes Profiturnier überhaupt (72 weitere sollten folgen). Oder Ronnie O’Sullivan, der sich mit seinem Sieg bei der UK Championship 1993 im Alter von 17 Jahren als jüngster Turniersieger überhaupt verewigte. Nur wenig älter war Ding Junhui, der 2005 von Ranglistenposition 62 aus ungesetzt mit 18 Jahren überraschend den Titel holte. Auch der Name von Jamie Burnett ist für alle Zeiten mit der UK Championship verbandelt: Ihm gelang in der Qualifikationsrunde 2004 ein Break von 148 Punkten. Zu Matchbeginn hatte er einen Freeball zugesprochen bekommen, danach räumte er alles ab.