Zur Historie des Snookers: Von Spielern und Regeln

Experten weisen stets darauf hin, dass es während des Mittelalters bis zum Beginn der Neuzeit ein Spiel namens Pall Mall gab, das heute gemeinhin als Vorläufer des Snookers gilt. Wir brauchen hier diesen Ursprung nicht weiter erläutern, doch waren es in erster Linie natürlich immer auch die großen technischen Veränderungen und Weiterentwicklungen, die dem Spiel entscheidende Impulse gaben. So wurde beispielsweise Anfang des 19. Jahrhundert dem Billardstock, dem Queues, eine aus Leder gefertigte Spitze verpasst, außerdem spielte man auf dem Tisch nicht mehr auf Holz, sondern auf einer Platte aus Schiefer. Auch die Banden waren nun aus Gummimaterial und nicht aus Wolle hergestellt, was ganz folgerichtig alle Billardspiele schneller und vor allem taktisch weit innovativer machte.

Ein Offizier und Gentleman…

war dann offenbar verantwortlich für die Kreation von Snooker, jedenfalls geht die Geschichte so: Im Jahre 1875 spielten hochgestellte Offiziere in Indien, das damals bekanntlich die wichtigste Kolonie im Vereinigten Königreich bedeutete, im heute berühmten Ooty Club ein paar Runden Black Pool Billard. Dabei kam einem der Herren ein, dass die althergebrachte Spielweise mit den 15 roten Bällen und der einen schwarzen Kugel verbessert werden sollte und schon war das Snooker geboren! Ein gewisser Sir Neville Chamberlain fügte den üblichen Bällen noch andere Farben hinzu und schon bald umfasste die Palette dieser neuen Billardvariante zusätzlich Bälle in pink, grün und gelb, allerdings bestand eine ganze Weile noch anhand der Ballmarkierungen ein enger Bezug zum damals herrschenden English Billiard. Die Markierungen und Aufsätze wurden bald durch die Einführung eines braunen und blauen Balls ersetzt und schon bald eroberte Snooker auch das heimatliche Großbritannien.

Die Neuen: Bei der Armee werden die Rekruten als Frischlinge bezeichnet und hierfür findet sich in der englischen Sprache tatsächlich ein eher negativ konnotiertes Wort „Snooker“, dieses hat der besagte Sir Chamberlain offensichtlich benutzt und es ranken sich kuriose Erzählungen um die Entstehung. Eventuell brachte den Offizier auch ein Spielzug eines Kameraden auf diese Bezeichnung, doch ganz allgemein wird beim Snooker mit dem Scratch, das ist das Einbringen der Bälle in den Ecktaschen des Tisches, ein weiteres eigentlich militärisches Wort verwendet und in der Summe zeigt das die enge Verbindung des Spiels zu seinen Wurzeln.

Regeln, Konkurrenz und wichtige Turniere

Am Anfang und in den ersten Jahrzehnten lieferten sich English Billiard und Snooker ein hartes Rennen um die Gunst der Spieler. Es gab auch noch gar kein einheitliches Regelwerk, erst 1900 mit der Verkündung von einigen Grundlagen durch die Billiards Association und schließlich 1919 durch die endgültige Akzeptanz der zusätzlichen Bälle waren die Strukturen klar und verlässlich. Im Laufe des 20. Jahrhunderts gab es immer mal wieder ein paar Änderungen und Vorschläge, von denen sich aber längst nicht alle als allgemeine Regeln durchsetzen konnten.

Aber bereits Ende der 1920er Jahre gab es die ersten bedeutenden Turniere und hier ist der Name Joe Davis untrennbar mit verbunden, schließlich gewann dieser Snooker Spieler bis zu seinem Rücktritt im Jahre 1946 tatsächlich alle Weltmeisterschaften! Namen wie John Pulma, Steve Davis und heute Ronnie O´Sullivan sind berühmt und mittlerweile gibt es auch eine Snookerweltrangliste.