Mark Selby gewinnt China Open 2026 – 10:6 im Finale gegen Saengkham

Mark Selby gewinnt China Open 2026 nach starkem Comeback gegen Noppon Saengkham

Mark Selby hat bei den China Open 2026 in Taiyuan seinen ersten Rankingtitel des Jahres gewonnen. Der viermalige Weltmeister setzte sich im Finale nach einem zwischenzeitlichen 2:4-Rückstand noch mit 10:6 gegen Noppon Saengkham durch und feierte damit den 26. Rankingtitel seiner Karriere. Für den 43-jährigen Engländer war es ein besonderer Erfolg. Selby ist nun der erste Spieler in der Geschichte, der die China Open viermal gewinnen konnte. Gleichzeitig baute er mit seinem insgesamt achten Rankingtitel auf chinesischem Boden einen weiteren Rekord aus und bestätigte einmal mehr, wie erfolgreich er bei Turnieren in China über viele Jahre hinweg gewesen ist.

Saengkham erwischte zunächst den besseren Start und stellte Selby insbesondere in der ersten Session vor große Probleme. Der Thailänder konnte seine Chancen jedoch nicht konsequent genug nutzen, um mit einer Führung in die Pause zu gehen. Mit zunehmender Spieldauer übernahm Selby immer stärker die Kontrolle und dominierte vor allem die entscheidende Phase des Endspiels.

250.000 Pfund Preisgeld für Mark Selby

Mit seinem Triumph in Taiyuan sicherte sich Selby ein Preisgeld von 250.000 Pfund. Es ist sein erster Rankingtitel seit der UK Championship im vergangenen Dezember und gleichzeitig ein weiterer bedeutender Meilenstein in seiner außergewöhnlichen Karriere.

Mit nun 26 Rankingtiteln liegt Selby gemeinsam mit Neil Robertson auf Rang sieben der ewigen Bestenliste. Nur Ronnie O’Sullivan, Stephen Hendry, John Higgins, Judd Trump, Steve Davis und Mark Williams haben bislang mehr Rankingturniere gewonnen.

Die erfolgreichsten Spieler nach Rankingtiteln

  • Ronnie O’Sullivan – 41 Titel
  • Stephen Hendry – 36 Titel
  • John Higgins – 33 Titel
  • Judd Trump – 31 Titel
  • Steve Davis – 28 Titel
  • Mark Williams – 27 Titel
  • Mark Selby – 26 Titel
  • Neil Robertson – 26 Titel

Auch in der Weltrangliste macht sich der Erfolg deutlich bemerkbar. Selby verbessert sich von Platz neun auf Rang fünf der Johnstone’s Paint World Rankings. Sollte er später im August auch die Wuhan Open gewinnen, könnte er sogar wieder bis an die Spitze der Weltrangliste vorstoßen.

Neuer Queue bringt Selby zurück in die Erfolgsspur

Der Titel kommt nach einer schwierigen Phase zu Beginn des Jahres 2026. Selby hatte zeitweise mit seiner Form zu kämpfen und schied bei der Weltmeisterschaft bereits in der zweiten Runde gegen Wu Yize aus. Gleichzeitig musste er eine für einen Snookerprofi ungewöhnlich weitreichende Entscheidung treffen.

Seinen bisherigen Queue hatte Selby rund 20 Jahre lang gespielt. Das Material war mittlerweile deutlich gealtert, während sich der Durchmesser der Spitze auf nur noch etwa 8,5 Millimeter reduziert hatte. Während der Sommerpause entschied er sich deshalb für einen neuen Queue mit einer größeren Spitze von 9,2 Millimetern.

Selby selbst betont, dass er sich weiterhin an das neue Spielgerät gewöhnen müsse. Die ersten Resultate sprechen allerdings für die Entscheidung. Während der gesamten Woche in der chinesischen Provinz Shanxi wirkte sein Spiel kontrolliert und stabil. In fünf Partien gab er auf dem Weg zum Titel insgesamt nur 13 Frames ab.

Noppon Saengkham wird zum „Dark Horse“ der China Open

Auch wenn es für Noppon Saengkham nicht zum Titel reichte, spielte der 34-Jährige das wohl beste Turnier seiner bisherigen Karriere. Bei den chinesischen Fans erhielt er während der Woche den Spitznamen „Dark Horse“ – und der Weg des Thailänders ins Finale rechtfertigte diese Bezeichnung eindrucksvoll.

Saengkham eliminierte mit Judd Trump, Ronnie O’Sullivan und Shaun Murphy gleich mehrere der größten Namen des Sports. Zusätzlich setzte er sich gegen Zhou Yuelong durch und erreichte damit zum zweiten Mal in seiner Karriere das Finale eines Rankingturniers.

Seine erste Chance auf einen Rankingtitel hatte Saengkham bei den Scottish Open 2023, als er im Finale Gary Wilson unterlag. Auch in Taiyuan blieb ihm der große Triumph verwehrt, doch sportlich und finanziell war das Turnier dennoch ein enormer Erfolg. Das Preisgeld von 100.000 Pfund ist das höchste seiner bisherigen Karriere, zudem verbessert er sich in der Weltrangliste um 18 Positionen auf Rang 27.

Nach dem 4:4 übernimmt Selby die Kontrolle

Nach der ersten Session stand das Finale noch völlig offen. Saengkham hatte zwischenzeitlich mit 4:2 geführt und war über weite Strecken der stärkere Spieler gewesen. Selby gelang es jedoch, die beiden letzten Frames der Session zu gewinnen und mit einem für ihn äußerst wertvollen 4:4 in die Pause zu gehen.

Am Abend änderte sich das Bild deutlich. Selby eröffnete die zweite Session mit einer 58 und ging erstmals in Führung. Im folgenden Frame lag er bereits mit 1:37 zurück, ehe ein starker langer Roter die Wende einleitete. Mit einer 90er-Clearance zog er auf 6:4 davon.

Eine weitere 69 brachte Selby das 7:4. Auch im zwölften Frame lag er zunächst zurück, nutzte anschließend jedoch einen Fehler Saengkhams und konstruierte eine hervorragende 52. Mit einer 8:4-Führung ging der Engländer in das nächste Interval und hatte das Finale nun fest unter Kontrolle.

Frame 14 wird zum Schlüsselmoment des Endspiels

Nach sechs verlorenen Frames in Folge meldete sich Saengkham mit einer 71 zurück. Im 14. Frame bekam der Thailänder sogar die große Gelegenheit, den Abstand weiter zu verkürzen. Mit 68 Punkten führte er bereits mit 36 Zählern, verfehlte dann allerdings den letzten Roten auf eine Ecktasche.

Selby zeigte anschließend genau jene taktische Klasse, für die er seit vielen Jahren bekannt ist. Mit zwei ausgezeichneten Snookern holte er zunächst die benötigten Strafpunkte und erarbeitete sich danach die Gelegenheit zum Abräumen. Statt eines möglichen 8:6 stand es plötzlich 9:5 für Selby.

Saengkham gab dennoch nicht auf und verkürzte mit einer 61 noch einmal. Im folgenden Frame erhielt er zwei frühe Möglichkeiten, kam jedoch lediglich auf 27 Punkte. Nach einer taktischen Phase lochte Selby einen herausragenden Roten in die Mitteltasche und nutzte die Gelegenheit zu einer entscheidenden 57. Damit war der 10:6-Erfolg perfekt.

Selby findet wieder Rhythmus und Selbstvertrauen

Nach dem Finale zeigte sich Selby besonders zufrieden mit der Qualität seines Spiels während der gesamten Turnierwoche. Er habe seine Chancen konsequent genutzt und häufig das Gefühl gehabt, Frames mit nur einem Besuch am Tisch entscheiden zu können.

Gleichzeitig räumte er ein, dass das 4:4 nach der ersten Session für ihn ein hervorragendes Ergebnis gewesen sei. Saengkham habe zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich eine Führung verdient gehabt. Gerade die beiden gewonnenen Frames zum Ende der Nachmittagssession erwiesen sich rückblickend als wichtiger Wendepunkt des Finales.

Selby hob außerdem sein zurückgewonnenes Selbstvertrauen hervor. Wenn das Vertrauen in das eigene Spiel vorhanden sei, betrachte man schwierige Bälle anders und gehe Chancen entschlossener an. In Taiyuan habe er einen guten Rhythmus und ein angenehmes Spieltempo gefunden.

Selby will den Schwung mit nach Wuhan nehmen

Nach seinem Triumph richtet sich Selbys Blick bereits auf das nächste große Turnier in China. Bei den Wuhan Open will er versuchen, den aktuellen Lauf fortzusetzen. Ein weiterer Titel könnte ihn sogar zurück an die Spitze der Weltrangliste bringen.

Der Engländer machte allerdings deutlich, dass finanzielle Ziele für ihn nicht der entscheidende Antrieb seiner Karriere seien. Er habe Snooker nie ausschließlich wegen des Preisgeldes gespielt und wolle seine Laufbahn so lange fortsetzen, wie ihm der Sport Freude bereite.

Für Selby schließt sich mit dem Erfolg bei den China Open zugleich ein besonderer Kreis. Bereits vor 24 Jahren gelang ihm bei diesem Turnier einer seiner ersten großen internationalen Durchbrüche, als er Stephen Hendry und Ronnie O’Sullivan besiegte und das Halbfinale erreichte. 2026 steht er nun zum vierten Mal als Champion der China Open fest.

Saengkham trotz Finalniederlage stolz auf sein Turnier

Saengkham erkannte nach der Partie die Leistung seines Gegners an. Mark Selby sei insbesondere taktisch extrem stark gewesen und habe das Spiel in der zweiten Session kontrolliert. Während der Thailänder bei seiner 4:2-Führung noch Druck auf seinen Gegner ausüben konnte, veränderte sich die Partie am Abend vollständig.

Trotz der Niederlage zog Saengkham ein positives Fazit. Nach Siegen gegen mehrere Weltklassespieler und seinem Einzug ins Finale kann er auf die erfolgreichste Turnierwoche seiner bisherigen Karriere zurückblicken. Sein großes Ziel bleibt nun der erste Rankingtitel.

FAQ

Wer hat die China Open 2026 gewonnen?

Mark Selby gewann die China Open 2026 in Taiyuan. Im Finale besiegte er Noppon Saengkham nach einem zwischenzeitlichen 2:4-Rückstand noch mit 10:6.

Wie viele Rankingtitel hat Mark Selby gewonnen?

Mit dem Erfolg bei den China Open kommt Mark Selby auf insgesamt 26 Rankingtitel. Damit liegt er gemeinsam mit Neil Robertson auf Rang sieben der ewigen Bestenliste.

Wie oft hat Selby die China Open gewonnen?

Selby ist der erste Spieler, der die China Open viermal gewinnen konnte. Darüber hinaus hat er insgesamt acht Rankingtitel in China gewonnen – ebenfalls ein Rekord.

Wie hoch war das Preisgeld bei den China Open 2026?

Mark Selby erhielt als Turniersieger 250.000 Pfund. Finalist Noppon Saengkham verdiente 100.000 Pfund und kassierte damit das höchste Preisgeld seiner bisherigen Karriere.

Welche Spieler besiegte Noppon Saengkham auf dem Weg ins Finale?

Saengkham sorgte während des Turniers für mehrere Überraschungen und bezwang unter anderem Judd Trump, Ronnie O’Sullivan, Shaun Murphy und Zhou Yuelong.

Warum spielt Mark Selby mit einem neuen Queue?

Selby hatte seinen bisherigen Queue rund 20 Jahre lang benutzt. Nachdem das Material zunehmend gealtert und die Spitze auf etwa 8,5 Millimeter geschrumpft war, wechselte er im Sommer zu einem neuen Queue mit einer Spitze von 9,2 Millimetern.

Informationsquelle: wst . tv

weitere Beiträge zum Thema