Mark Selby kehrt im Snooker zurück
Mark Selby hat nach 18 Monaten ohne Ranglistentitel endlich seinen 23. Karrieretriumph gefeiert, indem er John Higgins im Finale der Unibet British Open mit 10:5 besiegte. In einem Duell zweier der größten Snooker-Legenden der Geschichte zeigte Selby eine herausragende Leistung, darunter zwei Century-Breaks und sechs weitere Breaks über 60 Punkte, die ihm einen komfortablen Sieg bescherten.
Ein wichtiger Moment für Selby nach einer schwierigen Phase
Trotz seiner zahlreichen Erfolge in den letzten zwei Jahrzehnten ist dieser Sieg für Selby von großer persönlicher Bedeutung. Am Ende der letzten Saison litt er unter einem massiven Formtief und gab zu, über einen Rücktritt nachzudenken. Er kämpft seit vielen Jahren mit seiner psychischen Gesundheit, was durch die Brustkrebsdiagnose seiner Frau Vikki Anfang 2023 noch verschlimmert wurde. Glücklicherweise ist Vikki auf dem Weg zur vollständigen Genesung, was Selby geholfen hat, das Spiel mit mehr Leichtigkeit und weniger Druck zu genießen.
Rückkehr zur Form und neue Perspektive
Diese außersportlichen Herausforderungen haben Selby, der mittlerweile 41 Jahre alt ist, geholfen, seine Perspektive auf Snooker zu verändern. Er spielt nun entspannter und konzentriert sich darauf, den Sport wieder zu genießen, ohne sich selbst zu sehr unter Druck zu setzen. Seine Form kehrte allmählich zurück, und die heutige Leistung in Cheltenham war der Höhepunkt dieses Comebacks.
Es ist sein erster Ranglistensieg seit dem WST Classic 2023, sein erster Erfolg bei den British Open und sein erster Triumph in einem von ITV übertragenen Turnier. Dieser Erfolg kam nur zwei Tage nach dem Tod des legendären Kommentators Clive Everton, zu dessen Ehren Selby die Trophäe in die Höhe hob, die Evertons Namen trägt.
Ranglistenaufstieg und Preisgeld
Mit einem Preisgeld von 100.000 Pfund steigt Selby in der Weltrangliste auf Platz vier und verbessert sich von Platz 30 auf Platz fünf der Einjahresrangliste. Diese Rückkehr zur Form hat das Interesse der Snooker-Fans geweckt, da Selby, viermaliger Weltmeister und meisterhafter Matchplayer, nun als starker Herausforderer für Judd Trumps Dominanz an der Spitze gesehen wird.
Higgins’ Hoffnung auf Ranglistentitel bleibt unerfüllt
John Higgins hoffte ebenfalls, seine lange Wartezeit auf einen Ranglistensieg zu beenden, die bis zur Players Championship 2021 zurückreicht. Der 49-jährige Schotte hätte der älteste Ranglistensieger seit Ray Reardon werden können, wurde jedoch in der Schlussphase klar geschlagen. Trotz der Niederlage hat Higgins Grund zur Freude, da er in die Top 16 der Weltrangliste zurückkehrt und ein Preisgeld von 45.000 Pfund erhält, womit er sich auf Platz 14 verbessert.
Ein spannendes Finale mit entscheidenden Momenten
Selby führte nach der ersten Session mit 5:3 und teilte sich die ersten beiden Frames des Abends mit Higgins. Im elften Frame lag Selby mit 34:10 zurück, doch ein brillanter langer roter Ball brachte ihn in eine gute Position, was zu einem Break von 88 Punkten und einer 7:4-Führung führte. Higgins hatte Chancen im 12. Frame, konnte diese aber nicht nutzen. Im 13. Frame machte Higgins einen Fehler in der Defensive, was Selby die Möglichkeit gab, mit einem Break von 28 Punkten auf 8:5 davonzuziehen. Die letzten beiden Frames beendete Selby mit überragenden Breaks von 91 und 93 Punkten, die seinen Sieg besiegelten.
Selby über seinen Sieg
Nach dem Match sagte Selby: „Die Art, wie ich von Anfang bis Ende gespielt habe, war wirklich erfreulich. Die erste Session war unglaublich, meine Trefferquote lag bei 98 %, und Johns bei 96 %. Heute Abend war es nicht ganz so gut, ich habe eine rote Kugel bei 7:4 verfehlt, aber abgesehen davon habe ich nur wenige Fehler gemacht und meine Chancen genutzt. Ich habe großen Respekt vor John und seiner Familie, jedes Mal, wenn ich gegen ihn spiele, genieße ich es. Ich wusste, dass ich mein bestes Spiel zeigen musste, und genau das habe ich heute getan.“
Higgins‘ Reaktion auf die Niederlage
Higgins, der nach wie vor mit Stephen Hendry vier British-Open-Titel teilt, sagte: „Mark hat heute Abend eine fantastische Leistung gezeigt, er war einfach zu gut für mich. Mein großer Moment war im zehnten Frame, als ich die Chance hatte, auf 5:5 zu stellen, aber ich habe es nicht geschafft. Es war ein tolles Erlebnis, auch wenn ich enttäuscht darüber bin, wie ich heute Abend gespielt habe. Aber alle Anerkennung gebührt Mark. Ich versuche immer noch, mit den besten Spielern mitzuhalten, aber ich muss mein Niveau verbessern, um das zu erreichen.“
Textquelle: wst . tv
