Snooker British Open 2025 Shaun Murphy siegt im Finale gegen Anthony McGill

Shaun Murphy feiert glanzvolles Comeback beim British Open

Shaun Murphy ist zurück im Rampenlicht des Snookers. Beim Unibet British Open in Cheltenham gelang dem 43-jährigen Engländer ein hart erkämpfter 10:7-Sieg gegen Anthony McGill. Für Murphy war es der erste Ranglistentitel seit über zwei Jahren – eine Durststrecke, die ihm selbst Zweifel an seiner sportlichen Zukunft gebracht hatte. Umso größer war die Erleichterung, als er am Sonntagabend die Trophäe in die Höhe stemmen durfte.

Ein Finale voller Dramatik

Das Endspiel hatte alles, was Snooker-Fans begeistert: Vier Century-Breaks, dazu zehn weitere Breaks über 60 Punkte, Wendungen, verpasste Chancen und das große Finale eines alten Meisters. Murphy lag nach der ersten Session mit McGill 4:4 gleichauf. Am Abend startete er mit einem 78er-Break stark, doch McGill antwortete sofort mit einer 81. Als der Schotte in der 13. und 14. Partie immer wieder Druck ausübte und mit 7:6 in Führung ging, schien sich die Sensation anzubahnen.

Doch Murphy bewies einmal mehr seine Klasse. Mit einer 76 erzwang er den Ausgleich, legte ein weiteres 72er-Break nach und übernahm endgültig die Kontrolle. Am Ende verwandelte er die entscheidenden Chancen, während McGill zögerte. Mit 10:7 machte Murphy den Sack zu und sicherte sich die begehrte Clive-Everton-Trophäe.

Mehr als nur ein Titel

Für Murphy ist dieser Sieg von enormer Bedeutung. Sein letzter Ranglistenerfolg datierte aus dem Jahr 2023, als er die Championship League gewann. Seitdem war es ruhig geworden um den Weltmeister von 2005, der lange mit seiner Form haderte und teilweise am eigenen Selbstvertrauen zweifelte. „Es war ein harter Weg zurück“, sagte Murphy nach dem Triumph, „aber dieser Sieg zeigt mir, dass ich es immer noch kann.“

Neben dem Pokal gab es auch ein sattes Preisgeld von 100.000 Euro. Noch wichtiger: Mit diesem Erfolg verbessert sich Murphy in der Weltrangliste von Platz 16 auf 12 und klettert in der Ein-Jahres-Wertung sogar auf Rang 4.

Der Einfluss von Peter Ebdon

Eine entscheidende Rolle auf diesem Weg spielte die Zusammenarbeit mit Peter Ebdon. Der frühere Weltmeister, bekannt für seine Hartnäckigkeit und Disziplin, arbeitet seit vergangenem Jahr eng mit Murphy zusammen. Unter seiner Anleitung gewann Murphy im Januar bereits das Johnstone’s Paint Masters und jetzt das British Open. Ebdons Einfluss zeigt Wirkung: Murphy wirkt fokussierter, entschlossener und mental stärker.

Mit insgesamt 13 Ranglistentiteln steht er nun sogar vor Mark Allen und belegt Platz 10 in der ewigen Bestenliste. Er ist außerdem der erste Spieler, der alle großen ITV-Events gewonnen hat – vom World Grand Prix über die Players Championship bis zur Tour Championship und dem Champion of Champions.

Anthony McGill – nah dran am größten Erfolg

Auch für Anthony McGill war dieses Finale ein Schlüsselmoment. Der Schotte hatte in den vergangenen Jahren schwere Zeiten hinter sich. Zwischenzeitlich fiel er bis auf Platz 57 der Weltrangliste zurück. Ein Turniersieg hätte seiner Karriere den entscheidenden Aufschwung gegeben. Zwar konnte er bereits die Indian Open und die Shoot Out gewinnen, doch ein Triumph bei einem Major-Event wie dem British Open wäre ein völlig neues Level gewesen.

Bis zum Stand von 7:6 sah es so aus, als könne McGill tatsächlich den größten Titel seiner Laufbahn einfahren. Doch ein paar kleine Fehler, ein verschossener Ball zu viel, und Murphy übernahm die Kontrolle. Am Ende musste McGill sich mit 45.000 Euro Preisgeld und der Rolle des tapferen Finalisten zufriedengeben. Dennoch: Sein Sprung auf Platz 45 der Weltrangliste ist ein wichtiges Signal, dass er wieder zur erweiterten Spitze gehört.

Ein hartes Turnier mit großen Namen

Der Triumph Murphys gewinnt noch an Gewicht, wenn man den Turnierverlauf betrachtet. Der Engländer hatte eine extrem schwere Auslosung. Schon in den Runden zuvor traf er auf Topspieler wie Judd Trump und Neil Robertson, die er mit herausragenden Leistungen aus dem Turnier warf. Gerade in diesen Matches zeigte er, dass seine Mischung aus Angriffslust und taktischem Gespür nach wie vor eine der stärksten Waffen im Profizirkus ist.

Bedeutung für Murphys Karriere

Der Sieg ist nicht nur ein Pokal mehr in Murphys Trophäenschrank, er ist ein starkes Lebenszeichen. Viele hatten den „Magician“, wie er genannt wird, schon abgeschrieben. Sein Triumph zeigt aber: Mit 43 Jahren kann er immer noch große Finals gewinnen und in der Rangliste klettern. Für Murphy selbst bedeutet das: neue Motivation, neue Ziele. Ein Erfolg bei der Welsh Open, die ihm bislang fehlt, oder gar ein weiterer Anlauf auf die Weltmeisterschaft in Sheffield – beides steht nun wieder ganz oben auf seiner Agenda.

Die Entscheidung in Cheltenham

Im 16. Frame setzte Shaun Murphy den entscheidenden Akzent. Mit einer 34:0-Führung gelang ihm ein clever gespielter Cross-Double auf eine rote Kugel ins Mittelloch – der Schlüssel zu einem 66er-Break, das ihn zwei Frames in Führung brachte. McGill antwortete im nächsten Durchgang zunächst stark und kam auf 43 Punkte, doch ein verschossener Ball in die Ecktasche brachte ihn aus dem Rhythmus. In einer intensiven Safety-Schlacht auf die letzte Rote bewies Murphy Nervenstärke: Mit einem präzisen Stoß lochte er und spielte den Weg frei zur entscheidenden Clearance.

Murphys Dankbarkeit und neue Ambitionen

Nach dem Sieg zeigte sich Murphy sichtlich bewegt. „Wenn man lange nicht mehr in einem Ranglistenfinale gestanden hat, ist man einfach nur dankbar für die Chance. Und noch glücklicher, wenn das Spiel genau dann da ist, wenn man es braucht“, sagte er. Der Engländer hob besonders die Rolle seines Umfelds hervor: „Ich habe ein großartiges Team hinter mir, das mich immer wieder pusht, auch wenn ich mich nicht bei hundert Prozent fühle. Dass heute alles zusammengepasst hat, ist unglaublich belohnend.“

Ein besonderes Lob ging an Peter Ebdon, seinen Mentor: „Peter an meiner Seite zu haben, ist unbezahlbar. Er hat selbst solche Situationen erlebt, er weiß, was in einem Spieler vorgeht.“

Gleichzeitig blickte Murphy nach vorn: „Ich sehe, wie Leute wie Judd Trump, Mark Selby oder Neil Robertson mehrere Titel in einer Saison holen. Ich möchte zurück auf dieses Level. Diese Woche habe ich gezeigt, dass ich an einem guten Tag gefährlich bin. Jetzt geht es darum, Konstanz zu finden – und dafür stehe ich morgen schon wieder am Trainingstisch.“

Respekt für den Gegner

Murphy fand auch anerkennende Worte für seinen Finalgegner: „Anthony ist unglaublich schwer zu schlagen. Ich respektiere ihn sehr und bin überzeugt, dass er noch weitere Titel holen wird.“

McGill bleibt kämpferisch

Auch Anthony McGill zeigte sich nach der Niederlage reflektiert, wenn auch etwas ratlos: „Ich hatte das Gefühl, den ganzen Tag über der stärkere Spieler zu sein. Am Ende weiß ich gar nicht, was passiert ist – nervös war ich jedenfalls nicht. Ich habe einfach in den letzten Frames nicht mehr so richtig teilgenommen.“ Trotzdem blickt der Schotte positiv nach vorne: „Shaun ist ein Spieler von höchster Qualität. Ich habe meine Weltrangliste verbessert und fühle mich wieder deutlich wohler mit meinem Spiel. Das sind wichtige Schritte.“

Fazit

Das British Open 2025 wird in Erinnerung bleiben als das Turnier, in dem Shaun Murphy nach langer Durststrecke zurückkehrte. Mit mentaler Stärke, spielerischer Brillanz und der Unterstützung seines Teams fand er den Weg zurück an die Spitze. Für McGill bleibt die bittere Enttäuschung, doch auch die Gewissheit, dass er wieder konkurrenzfähig ist. Beide Spieler lieferten sich ein würdiges Finale – eines, das zeigt, warum Snooker so faszinierend ist.

FAQ: Shaun Murphy gewinnt das British Open 2025

Wie hat Shaun Murphy das Finale gegen Anthony McGill gewonnen?

Murphy lag zwischenzeitlich 6:7 zurück, drehte aber das Match mit nervenstarken Breaks in den entscheidenden Frames. Besonders sein 66er-Break im 16. Frame und die Clearance nach einer langen Safety-Schlacht waren ausschlaggebend.

Wann war Murphys letzter Ranglistentitel vor diesem Triumph?

Sein letzter Sieg datierte aus dem Jahr 2023 bei der Championship League. Damit endete eine 26 Monate lange Durststrecke ohne Ranglistenerfolg.

Welche Rolle spielt Peter Ebdon in Murphys Karriere?

Der frühere Weltmeister Peter Ebdon betreut Murphy seit 2024 als Mentor. Er stärkt seine mentale Seite und half ihm, Selbstvertrauen und Konstanz zurückzugewinnen.

Was bedeutet der Sieg für Murphys Platz in der Weltrangliste?

Durch den Titelgewinn steigt Murphy von Platz 16 auf Rang 12. In der Ein-Jahres-Wertung klettert er sogar auf Platz 4, was seine Chancen für weitere Turniere verbessert.

Wie reagierte Anthony McGill auf die Niederlage?

McGill sagte, er habe sich lange Zeit als der stärkere Spieler gefühlt, sei aber in den letzten Frames nicht mehr ins Spiel gekommen. Trotz der Enttäuschung sieht er seinen Finaleinzug als wichtigen Schritt zurück zu alter Stärke.

Wie hoch war das Preisgeld im British Open 2025?

Shaun Murphy erhielt für seinen Sieg 100.000 Euro, während Anthony McGill als Finalist 45.000 Euro mitnahm.

Informationsquelle: wst . tv

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