Snooker: Chang Bingyu glänzt mit 147er-Break und fünf hohen Serien bei der Shenzhen-Open-Qualifikation

Chang Bingyu liefert in Leicester eine nahezu perfekte Snooker-Vorstellung

Chang Bingyu hat bei der Qualifikation für die Shenzhen Open eines der beeindruckendsten Matches der bisherigen Snooker-Saison gespielt. Der 23-jährige Chinese besiegte Chatchapong Nasa mit 5:0, erzielte dabei das dritte offizielle Maximum Break seiner Karriere und ließ seinem Gegner über die gesamte Begegnung hinweg kaum eine Chance. Das 147er-Break gelang Chang im vierten Frame. Doch selbst dieser perfekte Durchgang war nur ein Teil einer außergewöhnlichen Leistung. In den übrigen Frames spielte er Serien von 109, 134, 83 und 135 Punkten. Damit entschied er das Match in nur 57 Minuten für sich und gestattete seinem Gegner insgesamt lediglich 24 Punkte.

Ein derart dominanter Auftritt ist selbst auf der World Snooker Tour eine Seltenheit. Chang kombinierte präzises Lochspiel mit nahezu fehlerloser Stellungskontrolle und zeigte, wie gefährlich er werden kann, wenn er früh seinen Rhythmus findet.

Drittes Maximum Break innerhalb kurzer Zeit

Für Chang war es bereits das dritte offizielle 147er-Break seiner Karriere. Besonders bemerkenswert ist, wie schnell er diese Marke erreicht hat. In der vergangenen Saison hatte er bereits während der Qualifikationen zur UK Championship und zur Weltmeisterschaft jeweils ein Maximum erzielt. Mit seinem neuesten Erfolg hat er nun drei der letzten zwölf offiziell anerkannten 147er-Breaks gespielt.

Das zeigt, dass seine perfekte Aufnahme keineswegs ein Zufallsprodukt war. Chang besitzt offensichtlich die technische Sicherheit und mentale Ruhe, um auch unter Turnierbedingungen regelmäßig nach einem Maximum zu greifen.

Sein Break war das 244. offizielle Maximum in der Geschichte des professionellen Snookers und zugleich das dritte der laufenden Saison.

5.000 Pfund für das höchste Break in Aussicht

Mit seinem 147er-Break übernimmt Chang zugleich die Führung im Rennen um den High-Break-Preis der Shenzhen Open. Sollte kein weiterer Spieler im Verlauf des Turniers ebenfalls ein Maximum erzielen, wäre ihm eine Prämie von umgerechnet rund 5.800 Euro sicher. Für Chang dürfte die finanzielle Belohnung allerdings nur eine Nebenrolle spielen. Viel wichtiger ist die Botschaft, die von diesem Match ausgeht: Der Chinese gehört zu jener Generation junger Spieler, die zunehmend Druck auf die etablierten Namen der Tour ausübt.

Sein schnelles Breakbuilding und seine Bereitschaft, jede offene Chance konsequent zu nutzen, machen ihn zu einem unangenehmen Gegner.

Nächste Hürde gegen Elliot Slessor

Nach dem klaren Auftaktsieg wartet bereits die nächste Aufgabe. Chang trifft auf Elliot Slessor. Der Gewinner dieser Begegnung qualifiziert sich für die Endrunde der Shenzhen Open, die im September ausgetragen wird.

Slessor ist ein erfahrener und taktisch robuster Spieler, der sich nur selten leicht aus einem Match drängen lässt. Chang wird deshalb kaum damit rechnen können, erneut innerhalb einer Stunde zu gewinnen.

Dennoch dürfte ihm der deutliche Erfolg zusätzliches Selbstvertrauen geben. Wer fünf Frames mit solch hohen Serien gewinnt, reist mit einem klaren Gefühl in die nächste Runde.

Anthony McGill übersteht dramatischen Entscheidungsframe

Neben Changs Galavorstellung bot die Qualifikation in Leicester mehrere enge Begegnungen.

Anthony McGill setzte sich in einem hart umkämpften Match mit 5:4 gegen Jordan Brown durch. Beide Spieler lieferten sich eine Partie, in der keine Seite entscheidend davonziehen konnte.

Am Ende behielt McGill im Entscheidungsframe die Nerven und sicherte sich den Einzug in die nächste Runde. Der Schotte gehört seit Jahren zu den erfahrensten Matchspielern der Tour und zeigte erneut, dass er besonders in engen Situationen schwer zu bezwingen ist.

Drei Centuries reichen Noppon Saengkham nicht zum Sieg

Ein ungewöhnliches Match erlebte Noppon Saengkham. Der Thailänder erzielte gleich drei Century Breaks und verlor dennoch mit 4:5 gegen Lan Yuhao.

Normalerweise reichen drei Serien von mindestens 100 Punkten in einem Best-of-Nine-Match fast immer zum Sieg. Doch Lan gewann die umkämpften und taktisch geprägten Frames und hielt sich dadurch bis zum Schluss im Match.

Der Erfolg zeigt erneut, dass hohe Breaks allein nicht jede Begegnung entscheiden. Wer mehrere Frames mit kleinen Serien, guter Sicherheit und taktischer Geduld gewinnt, kann selbst einen offensiv glänzenden Gegner bezwingen.

Luo Zetao besiegt Ben Woollaston auf den letzten Farben

Auch Ben Woollaston musste eine bittere 4:5-Niederlage hinnehmen. Gegen Luo Zetao fiel die Entscheidung erst im letzten Frame.

Luo behielt in der entscheidenden Phase die Ruhe und räumte von Gelb bis Pink ab. Mit dieser Clearance brachte er das Match endgültig über die Ziellinie.

Für Woollaston war es eine besonders schmerzhafte Niederlage, da nur wenige Kugeln über Sieg und Ausscheiden entschieden.

Matthew Selt überzeugt mit klarem 5:1-Erfolg

Deutlich weniger dramatisch verlief die Begegnung zwischen Matthew Selt und Steven Hallworth.

Selt gewann mit 5:1 und erzielte mit einem Break von 108 Punkten die höchste Serie des Matches. Der Engländer kontrollierte die Partie über weite Strecken und ließ seinem Gegner kaum Möglichkeiten, einen längeren Lauf zu starten.

Mit seiner Erfahrung und seiner Fähigkeit, taktische Frames mit hohen Breaks zu verbinden, gehört Selt in jeder Qualifikation zu den Spielern, die nur schwer aus dem Turnier zu nehmen sind.

Ricky Walden erreicht besonderen Karriere-Meilenstein

Auch Ricky Walden durfte sich über einen persönlichen Erfolg freuen. Beim 5:2 gegen Cheung Ka Wai erzielte er ein Break von 102 Punkten.

Diese Serie war sein 400. offizielles Century Break als Profi.

Nur wenige Spieler erreichen während ihrer Laufbahn eine solche Zahl. Der Meilenstein unterstreicht, wie konstant Walden über viele Jahre hinweg auf höchstem Niveau gespielt hat.

Obwohl Verletzungen und Formschwankungen seine Karriere immer wieder erschwerten, blieb seine Fähigkeit zum hohen Breakbuilding erhalten.

Liam Highfield schlägt Long Zehuang

Liam Highfield setzte sich ebenfalls mit 5:2 durch. Gegen Long Zehuang erzielte er mit 131 Punkten das höchste Break der Partie. Highfield zeigte eine konzentrierte Leistung und knüpfte damit an seine zuletzt starken Auftritte an. Der Engländer hatte bereits bei der Qualifikation für die British Open mit seinem ersten offiziellen Maximum Break auf sich aufmerksam gemacht.

Seine derzeitige Form deutet darauf hin, dass er in der neuen Saison wieder häufiger in den Endrunden der Ranglistenturniere auftauchen könnte.

Chinesische Profis setzen ihre starke Entwicklung fort

Die Ergebnisse in Leicester unterstreichen einmal mehr die wachsende Stärke der chinesischen Spieler auf der World Snooker Tour.

Mit Chang Bingyu, Lan Yuhao und Luo Zetao erreichten mehrere chinesische Profis wichtige Siege. Besonders auffällig ist dabei, dass sich die neue Generation nicht ausschließlich durch offensives Breakbuilding auszeichnet.

Auch in taktischen und engen Matches zeigen die Spieler zunehmend die Geduld und mentale Stärke, die erforderlich ist, um sich dauerhaft auf der Profitour zu etablieren.

Die Shenzhen Open bieten ihnen zusätzlich die Möglichkeit, sich später vor heimischem Publikum zu präsentieren. Für viele chinesische Profis besitzt die Qualifikation deshalb eine besondere Bedeutung.

Ein nahezu makelloser Arbeitstag für Chang Bingyu

Trotz der vielen engen Matches gehörte der Tag eindeutig Chang Bingyu.

Ein Maximum Break, vier weitere hohe Serien, ein 5:0-Erfolg in weniger als einer Stunde und nur 24 zugelassene Punkte ergeben eine Bilanz, die kaum zu verbessern ist.

Ob er diese Form auch gegen Elliot Slessor bestätigen kann, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass Chang mit diesem Auftritt ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz gesendet hat.

Seine drei Maximum Breaks innerhalb kurzer Zeit zeigen, dass er nicht nur das Talent für große Aufnahmen besitzt, sondern diese Qualität immer häufiger unter Wettkampfbedingungen abrufen kann.

FAQ

Wer erzielte das Maximum Break?

Chang Bingyu spielte beim 5:0-Erfolg gegen Chatchapong Nasa das dritte offizielle 147er-Break seiner Karriere.

Welche weiteren Breaks erzielte Chang?

Neben dem Maximum gelangen ihm Serien von 109, 134, 83 und 135 Punkten.

Wie lange dauerte das Match?

Chang gewann die Begegnung in nur 57 Minuten und ließ seinem Gegner insgesamt lediglich 24 Punkte.

Wie viele offizielle Maximum Breaks gibt es inzwischen?

Changs 147er-Break war das 244. offiziell anerkannte Maximum in der Geschichte des professionellen Snookers.

Wie hoch ist der High-Break-Preis?

Für das höchste Break des Turniers sind umgerechnet rund 5.800 Euro vorgesehen.

Gegen wen spielt Chang als Nächstes?

Er trifft auf Elliot Slessor. Der Gewinner qualifiziert sich für die Endrunde in Shenzhen.

Wer erreichte sein 400. Century Break?

Ricky Walden erzielte beim 5:2 gegen Cheung Ka Wai das 400. Century seiner Profikarriere.

Welcher Spieler verlor trotz drei Centuries?

Noppon Saengkham spielte drei Century Breaks, unterlag Lan Yuhao jedoch mit 4:5.

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Informationsquelle: wst . tv

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