Snooker-Star Michael Holt über sein erstes 147er-Break, Steve Davis und seine Coaching-Tour

Michael Holt genießt seine zweite Chance auf der Profitour

Manche Karrieren verlaufen geradlinig, andere führen über Umwege zurück ins Rampenlicht. Michael Holt gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Der Engländer hat in den vergangenen Jahren Höhen und Tiefen erlebt, musste um seinen Platz auf der World Snooker Tour kämpfen und sich immer wieder neu motivieren. Doch gerade deshalb wirkt er heute entspannter, reflektierter und gleichzeitig ehrgeiziger denn je.

Während viele seiner Kollegen die Sommerpause nutzen, um Abstand vom Snooker zu gewinnen, steht für Holt ein besonderes Abenteuer bevor. Der 46-Jährige reist in die Vereinigten Staaten, wo er mehrere Coaching-Veranstaltungen und Exhibition-Matches absolvieren wird. Für ihn ist es weit mehr als nur eine Geschäftsreise. Es ist die Möglichkeit, seine Leidenschaft für den Sport mit Spielern zu teilen, die tausende Kilometer von den traditionellen Snooker-Hochburgen entfernt leben.

Snooker-Boom in Kalifornien

Die kommende Reise führt Michael Holt nach Los Angeles, San Jose und Modesto. In jeder dieser Städte wird er tagsüber Workshops leiten und abends vor Publikum Exhibition-Matches bestreiten. Das Konzept ist bewusst persönlich gehalten. Statt großer Gruppen arbeitet er mit wenigen Spielern gleichzeitig, um intensiv an den Grundlagen des Spiels zu arbeiten.

Drei Stunden lang dreht sich alles um Technik, Stoßkontrolle, Stellungsspiel und mentale Aspekte des Snookers. Holt hat ähnliche Veranstaltungen bereits in Großbritannien und anderen Ländern durchgeführt und dabei stets positive Rückmeldungen erhalten. Nun freut er sich darauf, die amerikanische Snooker-Szene näher kennenzulernen.

In den USA steht Snooker zwar noch immer im Schatten anderer Sportarten, doch die Begeisterung wächst kontinuierlich. Immer mehr Vereine und Akademien entstehen, und zahlreiche Spieler investieren viel Zeit, um ihr Niveau zu verbessern. Für Michael Holt ist das ein ermutigendes Zeichen. Sollte die Reise erfolgreich verlaufen, kann er sich gut vorstellen, künftig regelmäßig nach Nordamerika zurückzukehren.

Neben dem Snooker gibt es für ihn noch einen weiteren möglichen Höhepunkt. Sollte England seine Gruppe bei der Fußball-Weltmeisterschaft gewinnen, könnte Holt dank Freunden vor Ort sogar die Gelegenheit bekommen, ein K.-o.-Spiel in Atlanta live zu verfolgen. Für einen leidenschaftlichen Sportfan wäre das ein zusätzliches Highlight einer ohnehin spannenden Reise.

Ein lang ersehnter Traum wird wahr

Wenige Wochen vor seiner Abreise durfte Michael Holt einen Moment erleben, auf den viele Profis ihre gesamte Karriere warten. Bei den Qualifikationsspielen gelang ihm erstmals ein offizielles Maximum Break von 147 Punkten.

Ein Maximum Break gilt als die perfekte Aufnahme im Snooker. Jeder Ball muss in der richtigen Reihenfolge gelocht werden, ohne auch nur den kleinsten Fehler zu machen. Selbst Weltklassespieler erleben dieses Kunststück oft nur wenige Male in ihrer Laufbahn.

Interessanterweise bemerkte Holt zunächst gar nicht, dass sich die Chance auf ein Maximum eröffnete. Erst als er bereits 48 Punkte erzielt hatte und die Bälle günstig lagen, begann er darüber nachzudenken.

Während viele Spieler in einer solchen Situation nervös werden, blieb der Engländer erstaunlich gelassen. Er erinnert sich besonders an einen schwierigen Stoß auf die Gelbe, der leicht hätte schiefgehen können. Doch genau solche Momente machen ein Maximum Break oft aus.

Als schließlich die letzte Schwarze fiel, war die Freude entsprechend groß. Nach Jahrzehnten auf der Profitour endlich ein offizielles 147er-Break erzielt zu haben, bedeutete ihm enorm viel.

Fast hätte er kurz darauf sogar nachgelegt. Im darauffolgenden Match war erneut ein Maximum möglich, ehe eine verpasste Chance bei 97 Punkten die Aufnahme beendete.

Die Begeisterung ist noch immer da

Viele Spieler verlieren mit zunehmendem Alter einen Teil ihrer Motivation. Das tägliche Training wird zur Routine, die Reisen werden anstrengender und die Erfolge seltener. Bei Michael Holt scheint das Gegenteil der Fall zu sein.

Er betont, dass ihm das Training noch immer Spaß macht und er sich glücklich schätzt, weiterhin auf professionellem Niveau spielen zu dürfen. Zwar sei er manchmal kritisch mit sich selbst und ärgere sich über schwache Leistungen, doch grundsätzlich genieße er den Sport heute vielleicht sogar mehr als früher.

Seit seiner Rückkehr auf die World Snooker Tour konnte er seine Spielberechtigung stets sichern. Aktuell befindet er sich auf Rang 51 der Weltrangliste. Für viele Spieler wäre dies bereits ein großer Erfolg, doch Holt sieht darin lediglich einen Zwischenschritt.

Sein Ehrgeiz ist unverändert. Er möchte sich weiter verbessern, sein Niveau steigern und sich erneut in Richtung Spitzengruppe bewegen.

Steve Davis bleibt eine wichtige Stimme

Eine besondere Rolle spielt dabei Snooker-Legende Steve Davis. Der sechsfache Weltmeister begleitet Holt seit einigen Jahren als Mentor und Ansprechpartner.

Die beiden stehen nicht ständig in Kontakt, tauschen aber regelmäßig Nachrichten aus. Für Holt haben diese Gespräche einen enormen Wert. Schon als Kind war Davis sein großes Idol. Heute ist die Bewunderung sogar noch größer geworden.

Viele Menschen sagen, man solle seinen Helden besser nicht persönlich begegnen, weil die Realität oft enttäuscht. Für Holt trifft das nicht zu. Im Gegenteil. Steve Davis habe seine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen.

Wenn Davis ihm einen Rat gibt, hört er genau zu. Der ehemalige Weltmeister erinnert ihn regelmäßig daran, die eigenen Leistungen mehr wertzuschätzen und nicht ausschließlich auf das zu schauen, was noch fehlt.

Gerade erfahrene Profis neigen dazu, sich selbst besonders hart zu beurteilen. Holt bildet dabei keine Ausnahme. Deshalb sind die aufmunternden Worte seines ehemaligen Vorbilds für ihn oft wichtiger als technische Tipps.

Mehr Freude am Spiel als früher

Als Michael Holt vor einigen Jahren auf die Profitour zurückkehrte, formulierte er ein ungewöhnliches Ziel. Statt ausschließlich auf Ergebnisse und Ranglistenpositionen zu schauen, wollte er lernen, die Matches wieder mehr zu genießen.

Diese Einstellung begleitet ihn bis heute. Zwar ertappt er sich gelegentlich dabei, in alte Verhaltensmuster zurückzufallen, doch insgesamt hat sich seine Sichtweise verändert.

Er erinnert sich dabei oft an Gespräche mit jungen Spielern und Schulkindern. Seine wichtigste Botschaft lautet stets, dass man Freude am Spiel haben müsse. Wer den Spaß verliere, werde langfristig auch seine Leistung nicht halten können.

Genau diese Philosophie versucht Holt inzwischen selbst zu leben.

Der Blick nach vorne

Trotz aller Gelassenheit bleibt Michael Holt ein Wettkämpfer. Sein größter Traum hat sich über die Jahre nicht verändert. Er möchte noch einmal ein großes Turnier gewinnen.

Der Weg dorthin ist allerdings alles andere als einfach. Bereits die Qualifikationsrunden sind heute extrem stark besetzt. Junge Talente drängen nach oben, während erfahrene Profis um ihre Position kämpfen.

Ein weiteres Ziel ist die Rückkehr in die Top 32 der Weltrangliste. Dafür braucht es allerdings deutlich mehr Siege als bisher.

Holt weiß, dass Ergebnisse nicht vollständig kontrollierbar sind. Man kann sich perfekt vorbereiten und dennoch verlieren. Was man beeinflussen kann, ist die eigene Leistung.

Deshalb konzentriert er sich auf das Wesentliche: trainieren, besser werden und sich immer wieder neue Chancen erarbeiten. Denn je höher das eigene Niveau, desto größer die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg.

Mit einem frisch erzielten Maximum Break, einer spannenden USA-Reise vor sich und der Unterstützung eines der größten Spieler aller Zeiten blickt Michael Holt optimistisch in die Zukunft. Vielleicht stehen die größten Erfolge seiner Karriere nicht hinter ihm, sondern warten noch irgendwo vor ihm.

FAQ: Michael Holt und seine aktuellen Ziele

Wohin reist Michael Holt in den USA?

Der Engländer besucht Los Angeles, San Jose und Modesto, wo er Workshops und Exhibition-Matches veranstaltet.

Wann erzielte Holt sein erstes offizielles Maximum Break?

Bei den jüngsten Qualifikationsspielen gelang ihm erstmals in seiner Karriere ein offizielles 147er-Break.

Welche Rolle spielt Steve Davis für ihn?

Steve Davis unterstützt Holt seit mehreren Jahren als Mentor und gibt ihm regelmäßig wertvolle Ratschläge.

Welches Ranking hat Michael Holt aktuell?

Er befindet sich derzeit auf Platz 51 der Weltrangliste.

Was ist sein größtes Ziel für die neue Saison?

Holt möchte wieder in die Top 32 aufsteigen und langfristig einen weiteren Titel auf der World Snooker Tour gewinnen.

Warum ist die USA-Reise für ihn besonders wichtig?

Sie bietet ihm die Chance, den Snookersport in Nordamerika zu fördern und neue Kontakte innerhalb der wachsenden amerikanischen Snooker-Szene zu knüpfen.

Informationsquelle: wst . tv

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