Snooker: Letzte Chance vor Manchester – das World Open entscheidet über die Saison
In der Welt des Snooker gibt es Momente, in denen sich eine ganze Saison auf wenige Tage verdichtet. Genau in einer solchen Phase befinden sich die Spieler aktuell beim World Open in China. Es ist das letzte Turnier, das noch Einfluss auf die Qualifikation zur Tour Championship in Manchester hat – einem Event, bei dem nur die absolute Elite des Jahres antreten darf.
Für viele Profis ist dieses Turnier mehr als nur ein weiterer Wettbewerb. Es ist die letzte Gelegenheit, sich einen Platz unter den besten zwölf Spielern der Saison zu sichern. Wer es schafft, darf nach Manchester reisen und um einen der prestigeträchtigsten Titel kämpfen. Wer scheitert, muss zuschauen – und die Saison möglicherweise als verpasste Chance verbuchen.
Die Spitze steht fest – dahinter beginnt das Drama
An der Spitze der Rangliste herrscht bereits Klarheit. Acht Spieler haben sich mit konstant starken Leistungen über die Saison hinweg frühzeitig qualifiziert. Namen wie Neil Robertson, Judd Trump oder Mark Selby stehen sinnbildlich für Stabilität und Klasse.
Doch genau hinter dieser sicheren Zone beginnt der eigentliche Kampf. Hier entscheidet sich, wer den Sprung nach Manchester schafft – und wer knapp scheitert. Die Abstände sind minimal, und jeder gewonnene Frame kann den Unterschied ausmachen.
Ein schmerzhafter Rückschlag für John Higgins
Besonders im Fokus steht aktuell John Higgins. Der erfahrene Schotte, der in Manchester seinen Titel verteidigen möchte, erlitt beim World Open einen herben Dämpfer. In einem engen Match unterlag er Stan Moody mit 4:5 – eine Niederlage, die schwer wiegt.
Plötzlich findet sich Higgins in einer ungewohnten Rolle wieder. Statt sicherer Qualifikation muss er nun hoffen, dass ihn nicht zwei Konkurrenten noch überholen. Für einen Spieler seiner Erfahrung ist das eine nervenaufreibende Situation, die zeigt, wie eng das Niveau im modernen Snooker geworden ist.
Das Rennen um Platz zwölf spitzt sich zu
Der Kampf um die letzten Qualifikationsplätze ist intensiver denn je. Mehrere Spieler bewegen sich innerhalb weniger Tausend Euro – eine Summe, die in einem einzigen Match verdient oder verloren werden kann.
9. Chris Wakelin – 309.000 €
10. Ronnie O’Sullivan – 304.000 €chr
11. John Higgins – 302.700 €
12. Mark Allen – 287.000 €
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13. Xiao Guodong – 282.400 €
14. Jack Lisowski – 273.500 €
Besonders brisant ist das direkte Duell zwischen Mark Allen und Jack Lisowski. Es ist eines dieser Matches, die mehr bedeuten als nur ein Sieg oder eine Niederlage. Für Lisowski könnte eine Niederlage das Aus im Rennen um Manchester bedeuten. Für Allen hingegen wäre ein Erfolg ein riesiger Schritt Richtung Qualifikation.
Auch Xiao Guodong mischt weiter mit und hat noch alle Chancen, sich in letzter Minute nach vorne zu schieben.
Die letzten Hoffnungsträger
Für einige Spieler ist der Weg nach Manchester nur noch über ein kleines Wunder möglich. Zhou Yuelong und Zhang Anda benötigen mindestens den Finaleinzug, um noch eingreifen zu können.
Noch schwieriger ist die Lage für Gary Wilson, Stuart Bingham, Kyren Wilson und Thepchaiya Un-Nooh. Für sie gibt es nur noch eine einzige Option: den Turniersieg. Nur mit dem maximalen Erfolg können sie sich noch in die Top 12 spielen.
Solche Szenarien machen den Reiz des Sports aus – wenn Außenseiter plötzlich die Chance haben, alles auf den Kopf zu stellen.
Preisgelder als entscheidender Faktor
Ein wichtiger Bestandteil dieses Rennens sind die Preisgelder. Beim World Open geht es nicht nur um Titel, sondern auch um entscheidende Einnahmen, die direkt in die Rangliste einfließen.
Sieger: ca. 205.000 €
Finalist: ca. 88.000 €
Halbfinale: ca. 39.000 €
Viertelfinale: ca. 26.000 €
Achtelfinale: ca. 16.000 €
Letzte 32: ca. 10.500 €
Letzte 64: ca. 5.800 €
Gerade in einer so engen Rangliste kann bereits ein Viertelfinaleinzug darüber entscheiden, ob ein Spieler nach Manchester reist oder nicht.
Der Blick geht bereits Richtung Crucible
Doch nicht nur die Tour Championship steht auf dem Spiel. Parallel läuft auch das Rennen um die direkte Qualifikation für die Weltmeisterschaft im legendären Crucible Theatre in Sheffield.
Die besten 16 Spieler der Rangliste nach Manchester sind automatisch für die Endrunde gesetzt. Alle anderen müssen durch die Qualifikation – ein deutlich riskanterer Weg.
Aktuell hält Ding Junhui den 16. Platz, doch er konnte beim World Open keine Punkte sammeln. Das eröffnet Chancen für seine Verfolger.
Stuart Bingham liegt nur etwa 13.000 € zurück und könnte mit einem starken Lauf noch vorbeiziehen. Jack Lisowski wiederum braucht nicht nur Punkte, sondern wahrscheinlich auch die Qualifikation für Manchester, um seine Chancen zu wahren.
Eine Saison entscheidet sich jetzt
Die Spannung im Snooker könnte kaum größer sein. Während einige Spieler bereits entspannt planen können, kämpfen andere um ihre letzte Chance.
Das World Open ist damit nicht nur ein Turnier – es ist ein Wendepunkt. Für manche bedeutet es den Durchbruch, für andere das bittere Ende einer langen Saison.
Und genau das macht diesen Sport so faszinierend: Bis zum letzten Stoß bleibt alles offen.
FAQ
Warum ist das World Open so wichtig für die Saison?
Das World Open ist das letzte Turnier, das für die Ein-Jahres-Rangliste zählt. Diese Rangliste entscheidet darüber, welche zwölf Spieler sich für die Tour Championship in Manchester qualifizieren.
Wie viele Spieler qualifizieren sich für die Tour Championship?
Nur die besten zwölf Spieler der Saisonrangliste dürfen an der Tour Championship teilnehmen. Das macht das Turnier besonders exklusiv und prestigeträchtig.
Welche Spieler sind bereits sicher für Manchester qualifiziert?
Die Top acht der Rangliste haben ihren Platz bereits sicher. Dazu gehören unter anderem Neil Robertson, Judd Trump, Mark Selby und Barry Hawkins.
Warum ist die Niederlage von John Higgins so entscheidend?
Durch seine knappe Niederlage beim World Open ist Higgins in der Rangliste zurückgefallen. Er muss nun hoffen, dass ihn keine zwei Konkurrenten überholen, um sich weiterhin für Manchester zu qualifizieren.
Wie werden die Ranglistenpunkte berechnet?
Die Rangliste basiert auf dem erspielten Preisgeld innerhalb einer Saison. Je weiter ein Spieler in einem Turnier kommt, desto mehr Geld – und damit Ranglistenpunkte – sammelt er.
Welche Rolle spielen die Preisgelder beim World Open?
Die Preisgelder sind entscheidend, da sie direkt in die Rangliste einfließen. Ein gutes Abschneiden kann mehrere Plätze in der Tabelle bedeuten und die Qualifikation sichern.
Was ist der „Race to the Crucible“?
Der „Race to the Crucible“ beschreibt das Rennen um die Top 16 der Weltrangliste. Diese Spieler qualifizieren sich automatisch für die Endrunde der Weltmeisterschaft in Sheffield.
Was passiert mit Spielern außerhalb der Top 16?
Spieler außerhalb der Top 16 müssen an der Qualifikation teilnehmen, um sich einen Platz bei der Weltmeisterschaft zu sichern. Dieser Weg ist deutlich schwieriger und risikoreicher.
Warum ist diese Phase der Saison besonders spannend?
Die Abstände in der Rangliste sind sehr gering. Schon ein einzelnes Match oder ein gutes Turnier kann alles verändern, wodurch bis zum letzten Spieltag Spannung garantiert ist.
Informationsquelle: wst . tv
