Un-Noohs 147er-Break, Rekordprämien & neue Snooker-Stars: Alle Highlights der aktuellen Runde

Thepchaiya Un-Nooh brilliert mit fünftem 147er-Break und jagt den Rekordbonus

Es war einer dieser Momente, in denen im Snooker alles zusammenkommt: Konzentration, Technik, Mut – und eine Prise Magie. Thepchaiya Un-Nooh, einer der schnellsten Spieler der Tour und bekannt für sein offensives Spiel, hat Geschichte geschrieben. Im zweiten Frame seines Matches gegen Jordan Brown gelang ihm ein perfektes 147er-Break. 15 Rote, 15 Schwarze, dann alle Farben – ein Kunstwerk in Kugelform.

Für den 38-jährigen Thailänder war es das fünfte Maximum seiner Karriere. Damit gehört er nun zu einem erlesenen Kreis: Nur 14 Spieler vor ihm konnten diese Marke jemals erreichen. Dass er die Partie anschließend auch noch mit weiteren starken Breaks von 68, 95 und 74 Punkten mit 4:0 gewann, war fast schon Nebensache – doch es zeigt, wie konzentriert und souverän er derzeit agiert.

Mit dem Sieg sicherte sich Un-Nooh ein Duell mit Jak Jones in der Runde der letzten 48. Noch spannender als das kommende Match ist jedoch die Aussicht auf einen satten Bonus: Sollte kein anderer Spieler beim Turnier ebenfalls ein Maximum-Break schaffen, erhält er ein Preisgeld von rund 58.500 Euro. Und das ist noch nicht alles: Wer in dieser Saison in zwei der vier Majorturniere ein 147er spielt, wird mit einem zusätzlichen Bonus von etwa 172.000 Euro belohnt. Un-Nooh ist nun nur noch ein perfektes Break davon entfernt.

„Ein 147 zu schaffen ist nie leicht – und wenn viel Geld auf dem Spiel steht, ist der Druck noch größer“, erklärte er nach dem Match. „Ich habe früher zweimal auf die letzte Schwarze versiebt, das hat mich geprägt. Heute aber habe ich mir gesagt: ‘Geh drauf!’ Und diesmal war sie zum Glück nicht so schwer.“

Für Un-Nooh ist es nicht nur ein sportlicher Triumph, sondern auch ein Zeichen: Er ist zurück in Topform – und bereit für noch größere Aufgaben.

Lisowski dominiert, Evans verliert trotz starkem Saisonstart

Für Reanne Evans hätte die Saison kaum besser beginnen können. Die Rekord-Weltmeisterin im Frauensnooker gewann gleich mehrere Qualifikationsspiele und erreichte souverän die dritte Runde – ein bisher beispielloser Lauf für sie auf Profiniveau.

Doch gegen Jack Lisowski war sie chancenlos. Der Weltranglisten-26. zeigte sich konzentriert, präzise und spielfreudig. Mit einem klaren 4:0 und starken Breaks von 81 und 88 Punkten sicherte er sich den Sieg – und damit ein Duell mit Ben Woollaston oder Chatchapong Nasa.

„Wir sind noch früh in der Saison“, sagte Lisowski. „Viele finden erst ihren Rhythmus. Aber hier geht’s um große Ranglistenpunkte – und das ist eine riesige Chance für alle, sich zu beweisen.“

Junge Spieler setzen Akzente: Moody, Hill, Hallworth und Lines überzeugen

In einer Reihe von packenden Begegnungen zeigten vor allem junge Spieler, dass die Zukunft des Snooker glänzend aussieht.

Der 18-jährige Stan Moody etwa beeindruckte mit einem überragenden Break von 142 Punkten beim 4:2-Sieg über den erfahrenen Ryan Day. Der Teenager spielt mit bemerkenswerter Ruhe – seine Entwicklung scheint rasend schnell voranzugehen.

Steven Hallworth, der sich bereits in den letzten Wochen ins Rampenlicht gespielt hatte, bewies einmal mehr Comeback-Qualitäten. Gegen Jimmy Robertson lag er bereits mit 0:2 und später 1:3 zurück – doch mit brillanten Serien von 112 und 103 kämpfte er sich zurück. Den Entscheidungsframe gewann er mit einer sauberen Clearance von Gelb bis Schwarz – Nerven aus Drahtseil.

Ähnlich dramatisch verlief das Match von Oliver Lines gegen Matthew Selt. Nach einem langen Sicherheitsduell auf der letzten Pinken unterlief Selt ein Fehler – er versenkte die Weiße. Lines nutzte die Gelegenheit, lochte Pink und Schwarz und feierte den 4:3-Sieg. In der nächsten Runde wartet Noppon Saengkham.

Auch Aaron Hill aus Irland hatte Grund zum Jubeln. In einem engen Match gegen Robert Milkins setzte er sich mit 4:3 durch, dank eines Top-Breaks von 120 und einem konzentrierten Finish. „Ich weiß, dass Rob gerade kämpft – und dieses Match hätte genauso gut an ihn gehen können“, meinte Hill. „Aber ich bin rausgegangen, um meinen Job zu machen, und ich bin stolz auf meine Schluss-Clearance.“ In der nächsten Runde trifft er auf Gary Wilson, der Gao Yang ebenfalls mit 4:3 bezwingen konnte.

Stuart Bingham beendet das Märchen des 14-jährigen Szubarczyk

Für den erst 14-jährigen Polen Michal Szubarczyk war es bisher ein Traumturnier – mit Aufmerksamkeit, Respekt und ersten sportlichen Erfolgen. Doch gegen den ehemaligen Weltmeister Stuart Bingham fand seine Reise ein Ende. Bingham gewann mit 4:1 und zeigte dabei, dass Erfahrung in entscheidenden Momenten den Ausschlag geben kann.

Trotz der Niederlage bleibt Szubarczyk eines der größten Talente, das Snooker derzeit zu bieten hat. Seine Zukunft verspricht Großes – und man wird ihn wiedersehen.

FAQ

Was ist das Besondere an Thepchaiya Un-Noohs 147er-Break?

Ein 147er-Break ist das höchstmögliche Break im Snooker – es erfordert Perfektion: 15 rote Bälle mit 15 schwarzen, gefolgt von allen Farben. Thepchaiya Un-Nooh gelang dieses Kunststück zum fünften Mal in seiner Karriere, womit er zu einer elitären Gruppe von nur 15 Spielern weltweit gehört. Besonders beeindruckend: Er schaffte es in einem wichtigen Turnier unter hohem Druck – mit Aussicht auf eine Prämie von über 230.000 Euro, wenn er ein weiteres Maximum in dieser Saison schafft.

Wie hoch ist die Prämie für ein 147er-Break bei diesem Turnier?

Wenn kein anderer Spieler beim aktuellen Turnier ebenfalls ein Maximum-Break erzielt, erhält Un-Nooh eine Bonuszahlung von rund 58.500 Euro. Zusätzlich winkt ein Saisonbonus von etwa 172.000 Euro für zwei 147er innerhalb der vier Majorturniere.

Wie lief das Duell zwischen Reanne Evans und Jack Lisowski?

Reanne Evans, die beste Spielerin der Frauenszene, musste sich in der dritten Runde klar mit 0:4 gegen Jack Lisowski geschlagen geben. Trotz eines hervorragenden Saisonstarts hatte sie gegen die präzise und offensive Spielweise von Lisowski, der Breaks von 81 und 88 erzielte, diesmal keine Chance.

Wer waren die auffälligsten jungen Spieler dieser Runde?

Gleich mehrere junge Talente zeigten starke Leistungen. Der 18-jährige Stan Moody glänzte mit einem Break von 142 gegen Ryan Day. Auch Steven Hallworth, Oliver Lines und Aaron Hill gewannen ihre Matches unter dramatischen Umständen und bewiesen, dass die neue Generation selbst erfahrenen Profis gefährlich werden kann.

Was macht Michal Szubarczyk so besonders?

Michal Szubarczyk ist erst 14 Jahre alt und sorgte mit seinem Einzug ins Hauptfeld für großes Aufsehen. Trotz seiner Niederlage gegen Stuart Bingham bleibt er eines der größten Talente im Snooker. Viele sehen in ihm einen kommenden Star – sein technisches Können und seine mentale Stärke sind in seinem Alter außergewöhnlich.

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