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Weltmeisterschaft – was macht einen perfekten Snooker Spieler aus

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Weltmeisterschaft – was macht einen perfekten Snooker Spieler aus
Eine perfektionierte Technik, ein cleveres Sicherheitsspiel und ein starkes Break Building stellen die Kerneigenschaften eines Weltklasse-Snookerspielers dar. Sie sind die Substanz derjenigen Spieler, die auf Weltklasseniveau spielen und sich Chancen auf einen der begehrten Weltmeistertitel ausrechnen.

Einen interessanten Einblick in die Eigenschaften, die einen perfekten Snookerspieler nach Meinung der Profis ausmachen würden, ergeben die Antworten der derzeitigen Topspieler in einem kürzlich von der BBC geführten Interview.

Technik – Neil Robertson
In Bezug auf die perfekte Technik wurde von den befragten Top-Spielern der Australier Neil Robertson genannt. Neben dem Sieg bei der Weltmeisterschaft 2010 erreichte der 36-jährige ein weiteres Halbfinale sowie zwei Viertelfinals. Einen bleibenden Eindruck hinterließ Robertson zudem mit dem Gewinn der Scottish Open in Glasgow.

Aber was macht die Technik des Neil Robertson so besonders, dass die Profis diese als nahezu perfekt bezeichnen?
Für John Higgins, einer der Größten im Snooker Sport, ist es vor allen Dingen die Konstanz, mit der Robertson seine Bälle spielt. Auch in kniffligen Situationen bleibt Robertson seiner geradlinigen Technik treu und lässt sich nicht irritieren. Auch Barry Hawkins bescheinigt seinem Konkurrenten eine lehrbuchartige Technik, die es ihm ermöglicht den Queue besonders genau an den Spielball zu führen und effektive Stöße auszuführen. Dies sieht auch Mark Selby so, für den Robertson eine der besten Techniken überhaupt hat. Selby überzeugt vor allem die Entschlossenheit sowie die Sicherheit, mit der Robertson seine Spielweise präsentiert.
Break-building – Ronnie O’Sullivan

Während die Technik das Fundament bildet, ist ein geschickter Spielaufbau ebenso bedeutsam, um im Profi-Snooker erfolgreich zu sein. Von den Kollegen geschätzt und als der Beste in Bezug auf das sogenannte Break Building gewürdigt ist Ronnie O’Sullivan. Seine Stärke bewies der 42-jährige O’Sullivan mit einer persönlichen Bestmarke in der Saison 2017-18, in der ihm 70 centuries gelangen. Doch damit gibt sich der fünfmalige Weltmeister längst nicht zufrieden und jagt auch diese Saison wieder nach neuen Rekorden.

Judd Trump sieht O’Sullivan in Bezug auf das Positionsspiel gar in einer anderen Liga im Vergleich zu anderen Profis. Durch seine perfekt ausgeführten Spielzüge ist es laut Trump für O’Sullivan möglich den Gegner zu dominieren und seine breaks entsprechend geschickt aufzubauen. Auch für John Higgins ist O’Sullivan der Meister des Break Buildings, der das Positionsspiel durch sein enormes Können vergleichsweise einfach aussehen lässt.

Für Robertson ist O’Sullivan daher der effektivste Spieler in Bezug auf den Ausbau der Punktzahl. Einmal am Ball ist es für O’Sullivan zumeist möglich einen Punktevorsprung aufzubauen, den die Konkurrenz nur schwerlich aufholen kann. Zudem ist der fünfmalige Weltmeister aufgrund seiner Ballsicherheit nur sehr begrenzt auf Sicherheitsstöße angewiesen.

Diese Erfahrung hat auch Mark Allen während seiner Partien gegen O’Sullivan gemacht. Die Präzision, mit der O’Sullivan die Ablage des Spielballs gelingt, um zum nächsten Spielzug anzusetzen, ist die Basis, um in seinen Breaks so dominant agieren zu können. Für den Gegner ist es auch auf allerhöchstem Niveau daher äußerst schwierig den Briten zu schlagen. Selbst die magische Marke von 1000 centuries, die O’Sullivan bereits geknackt hat, ist für Mark Williams ein natürliches Resultat, das aus dessen Spielstärke resultiert. Williams zählt den Briten daher verständlicherweise zum Kreis der besten Spieler überhaupt.

Defensivspiel – Mark Selby
Um die Oberhand während einer Partie zu erlangen und zu halten, bedarf es neben den bereits genannten Eigenschaften auch eines überaus starken defensiven Positionsspiels. Die Mehrzahl der Profis ist sich einig, dass Mark Selby derjenige Spieler mit dem besten Defensivspiel auf der Welt ist. Die Stärken des 34-jährigen Snookerprofis aus Leicester verhalfen ihm seit 2011 zum Platz in der Weltspitze und untermauerten seinen Favoritenstatus bei dem Weltmeisterschaften. Auch bei der Verteidigung seines Titels bei den China Open zeigte Selby, warum er an die Spitze des Snookersports gehört.

Für Kyren Wilson gehört Selby zu den Besten und härtesten Gegnern, weil dieser sogar dann seiner Konkurrenz überlegen ist, wenn er seine Taktik aufgrund des Spielverlaufs variieren muss. John Higgins sieht darin auch den Grund für die von Selby aufgestellten Rekorde. Mag sich Selby auch in noch so schwierigen und aussichtslosen Situationen wiederfinden, so findet er doch stets einen Ausweg und wird für die Konkurrenz ein ums andere Mal unberechenbar. Seine drei Weltmeisterschaftstitel, die er aus den letzten vier Weltmeisterschaften verbuchen konnten, sprechen eine eindeutige Sprache.

Während Robertson in Selby den weltbesten Defensivspieler sieht, meint Allen auch die konkreten Gründe hierfür zu erkennen. Diese liegen vor allen Dingen in der beeindruckenden Konstanz und der Sorgsamkeit, mit der Selby seine Stöße durchführt. Für Allen ist Mark Selby diesbezüglich gar ein Vorbild. Lassen einige Spieler bei vermeintlich einfachen Stößen die Genauigkeit oder Disziplin vermissen und bringen sich dadurch in unnötig schwierige Situationen, so unterlaufen Selby diese Unachtsamkeiten extrem selten. Hierdurch ist es ihm möglich seinem Spiel eine zusätzliche Dominanz zu verleihen.

Temperament – Mark Selby
Insbesondere die mehrmalige erfolgreiche Verteidigung des Weltmeisterschaftstitels bedarf einer Eigenschaft, die laut der meisten Profis ebenfalls bei Mark Selby am stärksten ausgeprägt ist. Die Fähigkeit das eigene Temperament so zu kontrollieren, dass es der Gestaltung eines positiven Spiel- beziehungsweise Turnierverlaufs nicht im Wege steht, sondern gar zu einer Verstärkung der Dominanz gegenüber der Konkurrenten führt, macht es Selby möglich, konzentriert im Moment zu verbleiben und das Maximum aus sich herauszuholen.

Selbst in verloren geglaubten Partien lässt sich Selby nicht beirren, spielt zumeist unaufgeregt weiter und verlässt sich auf seine Fähigkeiten, die ihn schon so oft zum Erfolg geführt haben. Ronnie O’Sullivan sieht Selby diesbezüglich als Ausnahmeerscheinung. Selbst an schlechteren Tagen gelingt es Selby so seine Gegner zu dominieren und den Tisch siegreich zu verlassen. Dies macht Mark Selby auch für Wilson zu einem der härtesten Gegner des Snookersports.

Taktische Scharfsinnigkeit – John Higgins
Möchte man Snooker mit einer anderen Sportart vergleichen, könnte man sich hinreißen lassen und meinen, dass Snooker ähnlich wie Schach ein auf Taktik angelegtes Spiel ist. Die taktische Scharfsinnigkeit ist im Profisnooker von nicht minderer Relevanz, als die bereits zuvor genannten Eigenschaften.

Befragt man die Weltelite des Snookersports nach dem besten Taktiker in ihrer Runde, so fällt die Wahl zumeist auf John Higgins. Laut Wilson ist das taktische Verständnis der Grund dafür, dass es Higgins bisher ganze vier Mal gelungen ist den Weltmeisterschaftstitel zu erlangen.

Higgins gilt daher auch als derjenige Spieler, denen es gelingt, seine Gegner vor besonders herausfordernde Aufgaben auf dem Snookertisch zu stellen. Gleichzeitig attestiert Robertson ihm eine im Vergleich zu anderen Spielern besonders ausgeprägte Fähigkeit sich aus schwierigen Situationen mit zumeist spektakulären und taktisch brillanten Zügen zu befreien.

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Datum: 15.09.2020