Start News Yu Delu und Cao Yupeng werden nach Spielbetrug vom Snooker gesperrt

Yu Delu und Cao Yupeng werden nach Spielbetrug vom Snooker gesperrt

1145

Yu Delu und Cao Yupeng werden nach Spielbetrug vom Snooker gesperrt
Dieses Urteil erschüttert die Snookerwelt. In der sonst eher ruhigen und auf höchster Konzentration basierenden Sportart, hat sich um die chinesischen Spieler Yu Delu und Cao Yupeng ein Skandal ereignet, der viele Funktionäre und Fans hellhörig macht. Es geht um nicht weniger als die jahrelange Manipulation von Spielen.

Ausschluss vom Snooker für die nächsten zehn Jahre und neun Monate lautete das Strafmaß für Yu Delu. Seit mehr als zwei Jahren wurden die Ermittler immer wieder auf Unregelmäßigkeiten bei Turnieren und Wettverläufen aufmerksam. Nach eingehenden Untersuchungen besteht für die Ermittler jedoch kein Zweifel, dass es sich bei den Manipulationen um einen der größten Fälle in der Geschichte des Snookersports handelt.

Auch Delu’s Landsmann, der Chinese Cao Yupeng, wurde von den Ermittlern überführt. Für ihn beträgt das Strafmaß sechs Jahre Ausschluss vom Snooker, wobei dreieinhalb Jahre zur Bewährung ausgesetzt sind. Während es sich bei Delu und Cao um die ersten chinesischen Spieler handelt, die wegen Manipulation verurteilt wurden, so markiert dieser Fall doch einen der größten Skandale, seit der Verurteilung des britischen Spielers Stephen Lee. Dieser erhielt 2013 eine Sperre in Höhe von zwölf Jahren, nachdem er der Korruption überführt wurde.

Der 31-jährige Yu soll innerhalb der letzten zweieinhalb Jahre insgesamt fünf Spiele manipuliert haben. Auf eines der Spiele wurden ganze £65.000 gesetzt, was zu einem Gewinn von £86.000 geführt hätte. Zuletzt wurde Yu als Nummer 43 der Weltrangliste geführt. 2016 gelang ihm der Einzug in das Halbfinale der Scottish Open.

Mit Position 38 war die Platzierung in der Weltrangliste von Cao sogar noch etwas besser, als die von Yu zum Zeitpunkt der Verurteilung. Insgesamt soll der 28-jährige den Ausgang von drei Spielen manipuliert haben.

Für Jason Ferguson von der World Professional Billiards and Snooker Association (WPBSA) ist dieser Vorgang sehr tragisch. Auch deshalb, weil es sich bei den Verurteilten um talentierte Spieler handelt, die eine bisher erfolgreiche Karriere haben beziehungsweise noch vor sich hatten.

Nach eingehenden Untersuchungen der WPBSA wurden die beiden Fälle an ein unabhängiges Tribunal überwiesen, dessen Vorsitz David Casement QC innehatte. Das Tribunal sah die Anschuldigungen gegen die beiden Spieler als begründet und deren Schuld als erwiesen an. Die Manipulationen und der Versuch durch diese Manipulationen erhebliche finanzielle Vorteile zu erzielen, wogen laut Casement so schwer, dass das Tribunal keine andere Möglichkeit sah, als zu dem entsprechend hohen Strafmaß zu gelangen.

Zudem zeigte Yu während der Ermittlungen wenig Kooperationsbereitschaft gegenüber den Behörden und stritt seine Beteiligung an den ihm zur Last gelegten Manipulationen zunächst ab. Für das Tribunal ein weiterer Grund, um an dem hohen Strafmaß festzuhalten.

Die manipulierten Spiele
Yu gab schließlich zu die folgenden fünf Spiele manipuliert zu haben:
● Indian Open Qualifikation: WON 4-3 v Martin McCrudden – 12. Februar 2015
● Paul Hunter Classic: LOST 4-1 v Dominic Dale in Germany – 29. August 2015
● Welsh Open: WON 4-3 v Ian Glover – 15. Februar 2016
● European Masters Qualifikation: LOST 4-1 v Michael Georgiou – 4. August 2017
● Shanghai Masters: LOST 5-3 v Kurt Maflin – 15. November 2017

Obwohl sich Yu wenig kooperativ zeigte und wiederholt gegen Vereinbarungen mit den Ermittlern verstieß, gelang des den Behörden die Machenschaften des chinesischen Spielers aufzudecken und zu belegen. So konnten auch Manipulationen auf fernöstlichen Wettmärkten nachgewiesen werden. Zwei der fünf genannten Spiele gewann Yu. Allerdings sorgte er dafür, dass der Endstand jeweils 4 zu 3 betrug. Anhaltspunkte, dass auch die Gegner von Yu an den Manipulationen beteiligt waren, gibt es indes nicht.

Ursprünglich war gegen Yu eine Sperre von zwölf Jahren verhängt worden. Diese wurde allerdings aufgrund eines späteren Geständnisses auf 10 Jahre und neun Monate reduziert. Als Richtwert zur Findung des Strafmaßes wurde wiederum der Fall Lee herangezogen.

Cao Yupeng gab wiederum zu, die folgenden drei Spiele manipuliert zu haben:
● Welsh Open: LOST 4-1 v Ali Carter – 15. Februar 2016
● Indian Open Qualifikation: LOST 4-0 v Stuart Bingham – 30. Juni 2016
● UK Championship: LOST 6-1 v Stephen Maguire – 24. November 2016

Auch Cao zeigte während der Ermittlungen wenig Bereitschaft zur Kooperation mit den Behörden. Bedeutende Dokumente und Informationen fragten die Ermittler bei ihm vergebens an.

Allerdings änderte Cao Yupeng seine Haltung gegenüber den Behörden schließlich und bot sogar an, die WPBSA bei ihrem Kampf gegen Korruption und Spielmanipulation zu unterstützen. Er selbst habe pro manipuliertem Spiel £5.000 erhalten und zeigte nach der Urteilsverkündung glaubhaft Reue. Seine ursprüngliche Strafe von acht Jahren Sperre wurde letztlich auf sechs Jahre reduziert, wobei hiervon dreieinhalb Jahre zur Bewährung ausgesetzt sind. Die ermittelnden Behörden hoffen durch Cao’s Insiderwissen weitere Manipulationen beweisen zu können, um erfolgreich gegen Korruptionsfälle im Snookersport vorgehen zu können.

Analyse
Mit der erfolgreichen Aufdeckung und Untersuchung des Skandals durch die WPBSA und der Verhängung der hohen Strafen, zeigen die Verantwortlichen Institutionen des internationalen Snookersports deutlich ihren Willen illegale Machenschaften wie diesen hartnäckig nachzugehen und zu bekämpfen. Für Spieler, die sich der Versuchung des schnellen Geldes gegenüber sehen und darüber nachgedacht haben sollten, einen ähnlichen Weg wie Yu und Cao zu gehen, ist das Strafmaß sicherlich abschreckend. Zudem zeigen die beiden Fälle die Handlungsfähigkeit der internationalen Snooker-Organisationen, die eben nicht nur in Europa, sondern weltweit auf die Einhaltung der Regeln achtgeben. In China produzieren die Verurteilungen der beiden Spieler sicherlich große Schlagzeilen, handelt es sich bei Yu und Cao doch um durchaus bekannte Sportler, die eine entsprechend große Fanbase haben. Bleibt zu hoffen, dass der Snookersport keinen zu großen Schaden durch diesen Skandal nimmt.