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Die Stephen Maguire Snooker Sportgeschichte – Legenden

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Die Stephen Maguire Snooker Sportgeschichte – Legenden
Er fällt auf, dieser Stephen Maguire. Nicht in der Fußgängerzone von Glasgow, da wirkt er wie ein normaler Mann aus Schottland, kräftig gebaut, mit freundlichem Gemüt, ein Familienmensch. Es ist seine Erscheinung am Snookertisch, die verwundert: Maguire ist einer der wenigen Spieler, bei denen sich der Dresscode als gnädig erweist und die am Tisch keine Fliege tragen müssen. Wie seinerzeit schon Alex Higgins mag er es luftiger rund um den Hals. Wegen einer Kehlkopferkrankung erhielt er ein ärztliches Attest, der Weltverband zeigte sich einverstanden.

Ob mit oder ohne Fliege: Stephen Maguire gehört zu den größten Grüblern der Szene. In seinen frühen Jahren galt er als kommender Dominator, 2004 sprang er mit gerade 23 Jahren auf Rang drei der Weltrangliste. Doch dieses Versprechen konnte Maguire nicht halten. Er hat große Turniere gewonnen, etwa die UK Championship, stand bei der WM jedoch noch nie im Finale. Er hadert häufig mit seinem Spiel, klagt über den großen Trainingsaufwand, den er betreiben muss, um vorne mitspielen zu können. Nicht erst einmal hat er mit dem Rücktritt geliebäugelt. Es komme ihm vor, als sei sein größter Gegner am Tisch er selbst, hat Maguire gesagt: Manchmal spiele ich gegen ihn. Gegen ihn, den anderen Stephen Maguire, der sich mental wie ein Anfänger verhält.

Seine schwärzeste Zeit erlebte Maguire 2010, als im Zuge der Higgins-Wettaffäre gegen ihn ermittelt wurde. Neben dem Weltverband schalteten sich auch die britischen Behörden ein, weil bei Partien Maguires auffällige Wettmuster registriert wurden. Die Vorwürfe wurden schließlich fällen gelassen. Ich habe nichts falsch gemacht, beteuerte Maguire damals. Es war eine harte Zeit. Noch einmal will er das nicht machen. Dann doch lieber ein paar Spiele gegen den anderen Maguire, der manchmal keinen Ball trifft.