Start Spieler Die Alex Higgins Snooker Geschichte und die Arreste – Legenden

Die Alex Higgins Snooker Geschichte und die Arreste – Legenden

1843

Die Alex Higgins Snooker Geschichte und die Arreste – Legenden
Den Tod hatte sich Alex Higgins leider ehrlich verdient. So viel hatte er geraucht und getrunken, während seiner Matches wehte regelmäßig hellgrauer Dampf über die Tische. Higgins galt als erster Bad Boy der Sportart, er pflegte dieses Image, machte sogar Werbung für eine Zigarettenmarke. 2010 starb er an den Folgen seiner Kehlkopfkrebs erkankung.

Hurricane Higgins, wie ihn die Kollegen nannten, hat der Sportart viel gegeben, eine bis dahin nicht gekannte Popularität. George Best des Snookers wurde er genannt, gerade das einfache Volk identifizierte sich mit ihm. Gleich in seinem ersten Profijahr 1972 gewann er die Weltmeisterschaft, wiederholte diesen Triumph zehn Jahre später. Er kümmerte sich wenig um das Gentleman- Image, das bis dahin noch niemand ernsthaft zu brechen gewagt hatte. 17 Mal saß er im Gefängnis, wenn auch jeweils nur kurz. Seine beiden Ehen scheiterten, nach einem Selbstmordversuch lag er 48 Stunden im Koma, ehe er wieder erwachte. Auch einen Fenstersturz aus acht Metern Höhe überlebte er. Alex war immer sein eigener Herr und hat einfach nicht auf andere gehört, sagte sein enger Freund Jimmy White.

Am Snookertisch fiel Higgins nicht nur auf, weil er in der damaligen Zeit als Einziger mit offenem Hemdkragen und ohne Krawatte spielte – hierfür hatte er sich eine medizinische Ausnahmegenehmigung ausstellen lassen. Sein Spiel war für damalige Verhältnisse rasant, manchmal unkonventionell, immer spektakulär. Es wurde nicht lange überlegt, wenn Higgins an den Tisch trat – es wurde gelocht. Sein 69er Break im WM-Halbfinale 1982 gegen White gilt als eines der besten der Geschichte: Beim Stand von 14:15 benötigte White nur noch eine rote Kugel zum Finaleinzug, Higgins agierte unter größter Bedrängnis. Alle Kugeln, die an den Banden lagen, holte er ins Spiel zurück, mit teilweise irrwitzigen Manövern. Ein Kunstschuss folgte dem anderen. Ronnie O’Sullivan adelte Higgins als eine wahre Legende und einen der besten Snookerspieler aller Zeiten. Dabei war Higgins wahrlich nicht bei allen Kollegen beliebt: Dennis Taylor, der zwar ebenfalls Nordire war, jedoch Katholik, wünschte er offen den Tod. Weil er einen Offiziellen des WM-Turniers im Streit in den Bauch boxte, wurde er 1990 für eine ganze Saison gesperrt.

Sein eigener Tod war dann eine unschöne Angelegenheit. In Folge seiner Krebserkrankung wog er nur noch 40 Kilo. Es gibt schreckliche Bilder von damals, die ihn wenige Wochen vor seinem Tod völlig abgemagert und ausgemergelt zeigen. Weil Higgins alle Zähne ausgefallen waren, ernährte er sich nur noch von püriertem Essen – und trank Guinness dazu. Die Bitten seiner Freunde und Familie, sich anständig zu ernähren, hatte er über Jahre hinweg ignoriert. Als er im Juli 2010 in seiner Wohnung in Belfast tot aufgefunden wurde, war er bereits einige Tage zuvor verhungert.